Mönchsblut

Mönchsblut

Ein alter Friedhof, natürlich…

Die Textfragmente finden sich weiter unten, für die, die sich nicht für den Hintergrund und Literaturangaben interessieren: einfach runterscrollen…

Literatur

Mittelalter allgemein

  • Duby, Georges: Europa im Mittelalter. Klett Cotta, 1986
    (Finden/Bestellen bei Amazon: Europa im Mittelalter)

  • Europa im Mittelalter. Metzlersche V.-B., 1993

  • Schnabel, Wolfgang: Das Mittelalter. Guetersloher, 1990

Kirche und Geschichte

  • Müller, H.: Die kirchliche Krise des Spätmittelalters, Schisma, Konziliarismus und Konzilien. Oldenbourg R., 1989

  • Schnabel, Wolfgang: Das Mittelalter. Guetersloher, 1990

Irland und Geschichte

  • Beckett, James Camlin: Geschichte Irlands. Kroener 1991

  • Botheroyd, Paul: Irland: auf den Spuren der Druiden und Heiligen. Droemersche V.-A., 1990

  • Bottigheimer, Karl S.: Geschichte Irlands. Kohlhammer, 1985.

  • Elvert, Jürgen: Geschichte Irlands. DTV, 1993

  • Geschichte Englands I von den Anfängen bis zum 15. Jhd. Beck, 1990

  • Die Iren und Europa im frühen Mittelalter. Klett Cotta, 1982

  • Irland und die Christenheit. Bibelstudien und Mission. Europa Zentrum Tübingen / Klett Cotta, 1987

  • Irland und Europa. Die Kirche im Frühmittelalter. Europa Zentrum Tübingen / Klett Cotta,1984

  • Ploetz, Karl: Großbritannien – Ploetz. Ploetz, 1993

  • Richter, Michael: Irland im Mittelalter. Kultur und Geschichte. Kohlhammer, 1983

  • Streit, Jakob: Sonne und Kreuz. Irland zwischen Megalithkultur und frühem Christentum. Freies Geistesleben, 1993

Sagen, Mythos und Geschichten

  • Artmann, Hans Carl: Schlüssel zum Paradies. Religiöse Dichtungen der Kelten. Mueller Otto, 1993

  • A Celtic Miscellany. Penguin Classics 1971

  • Dühnfort, Erika: Am Rande von Atlantis. Von irischen Heiligen, Helden und Druiden. Freies Geistesleben, 1982

  • Irischer Zaubergarten. Märchen, Sagen und Geschichten von der grünen Insel. Diderichs Eugen, 1992

  • Keltische Märchen. Neuer Breitschopf, 1992

  • Keltische Sagen aus Irland. Diederichs Eugen, 1992

  • O´Brian, Flann: Das harte Leben. Suhrkamp, 1993.

  • O´Brian, Flann: Irischer Lebenslauf. eine arge Geschichte vom harten Leben. Suhrkamp, 1992.

  • Orkneyinga Saga. Penguin Classics 1991

  • Scheele, Paul-Werner: Die Stimme der Iren. Heimat, Erbe und Auftrag Kilians und seiner Gefährten. Echter-Verlag, 1989

  • Zitelmann, Arnulf: Jenseits von Aran. Beltz und Gelberg, 1988

Philosophie

  • Flasch

  • div. Originaltexte

Das Erbe der Kelten

  • Ashe, Geoffrey: Kelten, Druiden und König Arthur. Mythologie der Britischen Inseln. Walter Verlag, 1993

  • Benning, Maria Christiane: Alt-Irische Mysterien und ihre Spiegelung in der keltischen Mythologie. Mellinger, 1993

  • Clarus, Ingeborg: Keltische Mythen. Der Mensch und seine Anderswelt. Walter, 1991

  • Cunliffe, Barry: Die Kelten und ihre Geschichte. Luebbe Gustav, 1990

  • Green, Miranda: Keltische Mythen. Reclam Philipp Jun., 1994

  • Herder Lexikon: Germanische und keltische Mythologie. Herder, 1993

  • Hope, Murry: Magie und Mythologie der Kelten. Heyne, 1990

  • Markale, Jean: Gesellschaft und Götter der kelten. Goldmann, 1989

  • Teichmann, Frank: Der Mensch und sein Tempel. Megalithkultur in Irland, England und der Bretagne. Urachhaus, 1992

  • Vries, Jan de: Keltische Religion. Kohlhammer, 1961

  • young, Ella: Keltische Mythologie. Mellinger, 1985

Die Wikinger

Alltagsleben

  • Haushalt und Familie in Mittelalter und früher Neuzeit. Thorbecke, 1991

  • Stadtluft, Hirsebrei und Bettelmönch. die Stadt um 1300. Theiss Konrad verlag, 1992

  • Rezepte von Burgen und Schlössern. Ein kulinarischer Reiseführer. Moewig, 1987.

Alltag im Kloster

  • Fischer, Claudia / fischer, Reinold: Geheimnisse der Klostergärten. Südwest Verlag, 1990

  • Klosterleben im Mittelalter. Nach zeitgenössischen Quellen von Johannes Bühler. Insel / Suhrkamp 1989

  • Köhler, Peter K.: Klostergarten-Medizin. Pattloch Verlag im Weltbild, 1990

Klosterbau und Klosterkunst

  • Bandmann, Günter: Mittelalterliche Architektur als Bedeutungsträger. Gebr. Mann Verlag, 1985

  • Bernhard, Alois: Die steinerne Bibel der Romanik. Wewel Verlag, 1990

  • Botheroyd, Sylvia / Botheroyd, Paul: Irland. Kohlhammer Verlag, 1985

  • Brandt-Förster, Bettina: Das irische Hochkreuz. Urachhaus, 1978

  • Braunfels, Wolfgang: Abendländische Klosterbaukunst. Dumont, 1980.

  • Duby, Georges: Europa im Mittelalter. Romanische und gotische Kunst. Weber Editions, 1981

  • Das Evangeliar von Kells. Herder, 1991

  • Hüttermann, Armin: Irland. Kohlhammer, 1993.

  • Kohlmann-Schaff, Barbara: Irland. Artemis, 1986

  • Müller, Werner: Grundlagen gotischer Bautechnik. Deutscher kunstverlag, 1990

  • Romanische Kunst II. Nord- und Westeuropa 1060 – 1220. Beck, 1984

  • Sager, Peter: Schottland. DuMont, 1993

  • Schäfke, Werner: Englische Kathedralen. DuMont, 1989

  • Trumler, Gerhard: Athos. Heiliger Berg. Ehrenwirth, 1990.

Zum Verständnis

  • Clavis mediaevalis. Kleines Wörterbuch der Mittelalterforschung. Harrasowitz, 1966

  • Foclóir Póca: English-Irish / Irish-English Dictionary. An Gúm, Dublin 1988

  • Lexikon der keltischen Mythologie. Diederichs Eugen, 1992

  • New Irish Grammar. By the Christian Brothers. CF Fallon, Dublin 1990.

  • Ó Siadhail, Mícheál: Lehrbuch der irischen Sprache. Helmut Buske Verlag, Hamburg 1992

  • Ó Sé, Diarmuid / Sheils, Joseph: Teach Yourself Irish. Hodder and Stoughton, London 1993

Handlung und Erzählentwurf

Erzählerfigur(en)

Dreiste Anleihe bei Grass: der durch die Jahrhunderte „zeitweilende“, auch mal parallel existierende, immer involvierte, immer distanzierte Berichterstatter des „Butt“ wird sich in ein Mönchlein, in viele Mönchlein und ein paar Nicht-Mönchlein verwandeln. Teilweise historische, teils fiktive. Konkrete Gestalten zur einstweiligen Auswahl: Der heilige Beda, St. Patrick, St. Columban, St. Brendan/Brénainn (der mit den Wachskugeln in den Ohren gegen irdische Musik -> „St. Brendan and the Harper“ Celtic Miscellany, p. 282), Suibhne the Wild Man (C.M. p.254/255), ,…

Erzählform und Stil

Die Form des Romans wird sich in einem Punkt auch am „Butt“ orientieren: Zwischen die einzelnen Kapitel, Anekdoten, Episoden werden Lyrikpassagen treten – „moderne“ Gedichte des Rückblickers, ein wenig verirrter Minnesang, Klosterhymnen, Klagen eines Einsiedlers, stabreimendes Gemetzel, Psalmen vielleicht. Zu überlegen wäre, einige in Originalsprache (Latein, Gälisch, vielleicht Nordisches) mit Anmerkungsübersetzung zu lassen. Aber nicht diese manierierten Einwürfe wie bei Eco… Überhaupt der Stil: zwei Ebenen sollen es werden. Die des Rückblickers, der in meiner normalen Sprache reden wird, der neudeutsch brabbelt, zynisch herzieht, respektlos karikiert. Die anderen Erzähler sollen ungehemmt einem altertümlichen Stil frönen, den vor Verkitschung zu bewahren schwer werden dürfte. (Sehr genau alte Vorlagen studieren!! ) Die beiden Ebenen sollen jedoch ruhig auch des öfteren ineinandergleiten, sich mischen, Stilblüten zeugen… Die Rahmenhandlung des Wikingerüberfalls imitiert Saga-Stil – mißlingt dies, gleitet es ab, dann schmuckloses, aktuelles Neudeutsch.

Die Rahmenhandlung

Ein Wikingerüberfall: brennendes Kloster, brennende Mönche, Handschriften, zerfasernd, Goldbuchstaben, verdunkelt, Frauen, vergewaltigt, abgeschlachtete Knechte, die Überlebenden verschleppt….

Ich nur blieb, mit dem Schrein. Saß in der Höhle des alten Einsiedlers, den wir begraben hatten, vor Jahresfrist. Dein Finger bewahrte mich, Druidin. Rückblickend nun gebe ich Buße, gebe Laut…

Handlungsstränge

Im Prinzip werden es viele, chronologisch ablaufende Geschichten sein, die der historischen Entwicklung der Klöster folgen. Doch einige wichtige, vor allem zeitübergreifende, will ich betonen. Und irgend etwas (ich weiß nur noch nicht, was) soll die Zeiten überdauern, im Hintergrund bedeutsam sein. Eine alte Handschrift, natürlich? Läge nahe, ist aber wohl zu frech, es sei denn, man macht es besser als Eco. Kochrezepte? Ein keltisches Bronzeschwert? Eine magische Harfe (nicht schlecht)? Ein Reliquienschrein (der mit den goldenen Männchen, der unbewacht in seiner Glasvitrine in einsamer Dorfkirche stand)? Oder ein böses heidnisches Relikt der Druiden, unter der Hand weitergegeben von Abt zu Abt, Abtei auf Abtei künstlich aufblähend und dann zerstörend? Der onanistische Mittelfinger einer verbrannten Priesterin vielleicht?

Autobiographisches

Das Ganze wird die Autobiographie fiktiver Personen sein. Also auch meine, die des Rückblickers. Er wird daher ein Deutscher sein (was sich nett und plump mit der Rechristianisierung der Deutschen verknüpfen läßt), er wird einen kleinen Friedhof erinnern und Flöhe, er wird von Fish&Chips sprechen und von den lästernden Frauen im Dubliner Pub, er wird grünlich übersetzen und ängstlich von den Klippen der Arans hinabblicken – kurz: er wird unsere Reise ebenfalls wiederauferstehen lassen und damit uns. Wird aber relativ diskret im Hintergrund bleiben, in die übergreifende Jetzt – Erzählung eingewoben.


Gedankengänge

Authentizität

Es ist ein Roman, keine Dissertation. Bevor ich schreibe, werde ich wissen, korrekt sein. Dann aber wird sich mischen, auch was nicht gemischt sein soll. Und so wird der Erzähler bereits im 10. Jhd. kleine, fliehende Drachen in Kirchenwände meißeln, obwohl der authentische Drache zu Clonfert erst in spätgotischen Zeiten entstand und in der frühen Symbolik noch gar keinen Platz hatte. Es ist auch keineswegs sicher, ob die ersten Christen tatsächlich Druiden verbrannt haben – es hätte sein können, das genügt. Absolut authentisch ist der Roman nur in seiner irischen Tradition: die Mischung aus wortgenau auswendig gewußter Überlieferung und überbordender Fabulierlust, das Immer-neu-Schaffen, das Nicht-Erstarren in Daten und Fakten. So mag denn letztlich vielleicht mehr Wahrheit bleiben, als wenn ich nur streng historisches Material getürmt hätte. „Am Anfang schuf Pattrick Clonfert und Scindal…“ Es gibt keine Erlösung. Nicht von den Geschichten. Selbst überm Holzkohlengrill Satans werden wir weiter: „Weißt Du noch die Normannenhunde? Wie sie die Äbtissin aus dem Nonnenhaus?!“ Wie, es gab keine Äbtissin? Und wenn, so blieb sie unbefleckt, weil der Keller feucht, finster und gut verborgen? Na und? Das höllische Feuer ist um ein paar Kelvin abgekühlt, meine Schwären werfen weniger Blasen. Laß uns noch ein paar Klosterschwänke aufwärmen. „Weißt Du noch, der dicke Bruder Küchenmeister? Und wie Du damals den Finger?“ Weiter in U-Haft, noch 4327 Tage bis zur Schlußverhandlung. Wir haben noch Zeit. Erzähl was.

Namen

Ortsangaben sollen grundsätzlich in Gälisch gehalten sein, bei den Personennamen, besonders den historischen, weiß ich noch nicht so recht: Gälisch, anglisiert, latinisiert? Oder gar die eingedeutschten Formen (z.B. bei auch hier bekannten Heiligen)? Ausprobieren, was sich in den Gesamtstil besser einfügt. Auf keinen Fall gekünstelte Authentizität.

Orte der Handlung

Die Ortsangaben werden durchweg authentisch sein. Die Struktur der Klöster werde ich rekonstruieren, so gut es geht, Details aus ihrem aktuellen Zustand ergänzen. Wer also hinfährt, soll in der Lage sein, die Höhle des St. Kevin, die Restmauern des Küchengebäudes zu finden, soll beim Blick vom normannischen Festungshügel über den Shannon sagen „Genau wie im Buch!“, soll den Ort, wo der Einsiedler weilte, noch immer wild finden. Setzt genaue Recherchen vor Ort voraus, Luftaufnahmen und detailliertes Material über die Ausgrabungen.


Entwürfe, Übersetzungen, Skizzen

Personenentwürfe

Altsprachliche Texte und ihre Übersetzungen

Die Rahmen-Saga

Bei „Røde Orm“ gute Beschreibung eines Wikingerüberfalls mit großem Mönchsräuchern. Klauen und verbessern.


Sonstige Fragmente


Da sitze ich nun. Vor mir ein Bildschirm, Flüssigkristall, flach, nicht so plump dominierend wie die alten Röhrenmonster. Am Fenster rinnen Tropfen, der Wind verbietet ihnen den geraden Weg abwärts. Im Kamin Torfstücke, altertümlichen Duft verbreitend. Die Flamme unter der Teekanne flackert. Sollte mal die Fenster abdichten. Irgendwo im Raum will sich Schubert Gehör verschaffen – Streichquintett, die alte Aufnahme, Prades, 1952, mit Pau Casals, – ich lausche einen Augenblick, dann gleitet die Aufmerksamkeit weiter, verliert sich in der Weite draußen. Regenverhangenes Land, von unentwirrbaren Mustern der Steinmäuerchen durchzogen. Ich drücke mich vorm Schreiben, finde Ablenkung genug. E-Mail abholen. Meine alte Firma will mich für irgendein Internet-Projekt. Die Abfrage meines Kontostands macht eine Zusage wahrscheinlich. Ich sollte mal wieder in die Stadt fahren, zum Wäschewaschen, Pfeifentabak brauche ich auch… Und Staubwischen wäre einmal wieder ganz sinnvoll. Eine der wenigen guten Photographien, die ich zustande gebracht habe – eine Innenaufnahme des Hakon-Turms in Bergen. Wo ist eigentlich das Negativ geblieben? In chaotischen Schubladen stöbern, den Nippes der Vergangenheit wiederentdecken. Eine Notre-Dame aus Pappe, die gotischen Zierate leicht verknickt (hm – ist das überhaupt gotisch? – daß ich alter elitärer Kultursack in Sachen Kunstgeschichte so banausisch bin…), eine Schneemann-Kerze, ein Seifenfrosch, nicht mehr gar so grün nach all den Jahren. Reminiszenzen.


Stein, der sein Alter nicht preisgibt. Gleichgrau. Zwanzig Jahre, zwanzigtausend? Pokerface. Was geht es Dich an, Mensch? Hattest einst die Frechheit, mich zu türmen, zu Klöstern und Katen, Kathedralen, Festungen, Schafställen. Dir verrate ich nichts. Gleichgrau. Immer uralt. Selbst der Schuppen im Garten, aus gesammeltem Feldgestein: nimm ihm das Dach, und Du weißt nicht, ob in ihm Faustkeile zurechtgesplittert wurden, oder ob hier ein Rasenmäher gutgeölt Unterschlupf fand. Einzig die Fugen, Bindeglieder, sind ein wenig gesprächiger. Verraten durch Leere zumindest ein wenig. Moos und Torf, Gras auch, mühselig hineingestopft mit gekrümmten Fingern. Weggemoddert, hinuntergekrümelt, in Vogelnester verschleppt worden, ausgepustet, den Stein hinabgeschleimt im Gang der Regenfronten. Mörtel dann später, selbstherrlich Zement: abgebröselt, keine Chance gehabt, nur noch weit innen: kariöses Gestummel. Immer nur gleichgrau: das Gestein. Auch jetzt, vor mir, auf dem Schreibtisch: schweigst du. Lastest. Verstockt. Ketzer, der du nicht brennen magst. Willst mir nicht helfen, zwingst mich, selber zu fabulieren. Also gut, sollst Deinen Willen haben.


Wir haben keine Häretiker verbrannt. Damals. Hatten noch keine. Waren noch anständige Heiden, mit denen wir. Ging anders. Kopf ab und hopp, zackzack. Sauberer, spontaner, nicht so inszeniert fürs gaffende Volk. Manchmal wurden wir selbst verbrannt, geräuchert tafelfertig im Rundturm, wenn warägische Horden sauer waren über unser Einigeln und sich nicht zufrieden geben wollten mit dem, was wir außerhalb gelassen hatten: Hütten, ein paar Schafe, Knechte, Frauen und den in der Eile nicht mitgenommenen Altarschmuck. Fachgerechtes Räuchern zunächst – mit abgeschlecktem Zeigefinger geprüft den Wind – dann mehr Holz, die Hüttendächer dazu, den Torbalken. Applaudieren, lautes Gegröl: „Zugabe!“, wenn einer von uns es nicht mehr aushielt und sprang, sich hinauswandt und unten zerschellte, schmerzlos. Vögelten vor unseren schamhaften Augen die schreienden Mägde. Fluchten lästerlich, wenn wir sie symbolisch traktierten mit geweihtem Teer und Steinen. Wichen ein paar Meter zurück, als uns ohnehin schon das Material ausging. Hatten beinahe Kunstverstand, wenn wir oben sangen, „Dona nobis“, und immer wieder das „Cyrie“, während uns langsam die Ärsche verrunzelten. Fanden im ausgekühlten Ofen dann, was sie gesucht hatten: spärlich eingeschmolzenes Gold zwischen den verkohlten Kadavern, an manchem Knochenfinger ein verzogener Ring noch: der Abt, oder hochgestellter Besuch, der zur falschen Zeit war gekommen. Die Barbaren, die ungläubigen. Wir nicht, damals. Obwohl – Ja, verdammt, sieh mich nicht so an…. zugegeben. Einmal auch wir, ganz zu Anbeginn. Als wir ankamen, und Du diesen Hokuspokus veranstaltetest, um die Bedrohung deiner Macht zu bannen. Gefangen haben wir dich, in einen Käfig aus feuchtem Holz gesteckt, und Dich über Deinem eigenen Feuer – Eichenholz, glutvoll – im Steinkreis, noch zischten Deine Kräutlein und Tränke, gegart. Hast gar unmusikalisch gelärmt und geschrien, hast gotteslästerliche Worte gefunden mit schwellend rissiger Zunge, und erbärmlich gestunken zuletzt, als der Käfig Feuer fing, und auch du, stückweise. Warst vorher schöner, mit Haar, knielangem, rotem. Ja, Druidin, ich erinnere mich wieder. War ein junger Fanatiker damals. Hatte nur meine Schriften im Kopf, die Worte des Herrn und das Wohl der Heiden. Standst mir entgegen. Wußte, als ich Dich sah: die ist’s. Braungrün geringt, wenn auch Rothaar. Zeltig die Kutte unterm Strick. Mußte weg, machte Angst. Also sprach der Herr zu mir, sprach aus mir zu den anderen, urteilte, gab gerechte Strafe und Frieden der noch schnell unter Hexengezisch und Wutgegeifer zwangsgetauften Seele. Also verwimmertest Du Dich, wurdest trocken, vergingst. Die Asche dann später verstreut, draußen auf dem Fluß, dort, wo es noch heute die fettesten Fische gibt, die Knochen verscharrt in langsam regenfeuchter Glut. Später bauten wir unsere erste Kapelle, darüber. Keiner sah es, als ich ihn nahm, barg unter wieder regelgerecht hängender Kutte. Verdorrt, verkrümmt, mit langem Nagel. Vielleicht hast Du Dich manches Mal gestreichelt mit ihm, Du, der das Gesetz keinen Mann beiließ ( – oder hast auch Du gesündigt, Schwester, wie ich?). Ich nahm ihn mit – schau mich nicht so vorwurfsvoll an – und bewahrte ihn. Wußte nicht, was ich anrichtete.


Im Jahre 544 wurde das Kloster Clonmacnoise gegründet. Am Ufer des Shannon, dort, wo auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses schon damals die Sonne besonders dekorativ hinter sanften, leicht waldigen Hügeln unterging. Dort, wo später, als die Klosteruniversität ihren Zenith längst überschritten hatte, die Normannen eine Festung errichteten, den Fluß kontrollierten und ihre Eichentruhen mit Wegezöllen fütterten. Dort, wo späterhin man ein Museum einrichtete und zeigte, was wir damals geschaffen hatten. Dort, wo wiederum später man einen Hubschrauberlandeplatz baute und einen Beton-Pavillion, als der heilige Vater sich angesagt hatte zu einer selbst- und gottgefälligen Vorstellung. Das hatte zwar nicht in unserer Absicht gelegen, doch wir hatten den Ort sorgsam ausgewählt.


Wie armselig dagegen die Lage von Clonfert, wenn man es recht bedenkt. Nette grüne Hügel, nette weiße Schafe, ein kleines Eichenwäldchen. Ich weiß auch nicht, warum es mich dorthin gezogen hatte, zur gleichen Zeit, als eine besonders begabte Klosterschülerin in Clonmacnoise von sich reden machte durch gewagte Auslegungen der Schrift, übernatürliche Gesichte, und eine ungewöhnliche Beherrschung der Heilkunst, was ihr zugleich die Aura des Mystischen und die Überhebung der Wissenschaftlichkeit verlieh. Jedenfalls traf ich am 12. Juli des Jahres 982 in Clonfert ein. Ich hatte einen langen Weg hinter mir. Meine Heimat lag an den Ufern der Saale, wo ich vierundzwanzig Jahre zuvor in einer der unwirtlicheren Festen geboren worden war. Mein Weg zur Geistlichkeit war eher einem Zufall zu verdanken als hehrer Überzeugung – mein Vater hatte in einer brenzligen Situation in einer seiner vielen Schlachten gelobt, daß er, würde er unversehrt aus diesem Kampf hervorgehen, seinen ersten Sohn der heiligen Mutter Kirche weihen werde. Er hielt sein Wort, und mich erwischte es. Nicht, daß mich das sonderlich gestört hätte. Das Kriegshandwerk war mir zuwider, auch wenn ich mit den Waffen umzugehen gelernt hatte. Denn bis zu meinem sechzehnten Jahre war ich weltlich erzogen worden – lange genug, um Schwert und Morgenstern souverän zu handhaben und auch mit der Streitaxt in der Hand nicht vom Pferd zu fallen. Den Langbogen beherrschte ich sogar mit einer gewissen Perfektion – das Töten auf Distanz, das geradezu Philosophische des Bogenschießens an sich lagen mir mehr als die prügelnden Nachfahren des Dreschflegels. Aber ich schweife ab, wie so oft. Wie gesagt – das blutige rohe Handwerk der Krieger war mir widerwärtig. Nicht, weil ich das Töten als solches moralisch verurteilt hätte. Die Realität eines Alltags, die einen ständig mit Räuberbanden, aufständischen Bauern, rivalisierenden Raubrittern konfrontierte, ließ derlei Gedanken kaum aufkommen. Ich selbst hatte bereits bei einem Angriff des Sassnitzers auf unsere Burg zwei seiner Männer getötet – sauber mit einem Pfeil in den Hals, durch die Panzerringe hindurch. Damals war ich knapp fünfzehn. Nein, ich hatte nicht einmal Gewissensbisse verspürt. Sie hatten uns angegriffen, wir hatten sie getötet. Was mich vielmehr abstieß, war die Lebensweise dieser Krieger, der Gemeinen ebenso wie die der Herren. Ihre laute Robustheit, ihre plumpen Vergnügungen, die hauptsächlich aus billigem Wein, den Arschbacken der Mägde und dahergegrölten Liedern bestanden (vom Raufen und Töten einmal abgesehen), ließen mich kalt, ihre Gespräche langweilten mich, ihr Geruch nach Schweiß und Sperma stieß mich ab. […] So zogen die Tage dahin zwischen Gebet, dem Studium der Schriften und der vielfältigen Arbeit, die mich in Kontakt brachte mit den Wissenschaften der Kräuterkunde, des Gartenbaus, des Heilwesens, aber auch mit Scheuerlappen und Reisigbesen – denn wohl gab es Knechte, die die meisten niedrigen Arbeiten zu verrichten hatten, aber zur Förderung der geistigen Demut waren auch wir Novizen vor jeglicher Dreckarbeit nicht gefeit.

Da war eines Tages ein merkwürdiger Reisender in unser Kloster gekommen. Sein Latein hatte einen ungewohnten Klang, seine Haare eine auffallende Tönung ins rötliche, und seine Augen waren von einem so glänzenden Graublau, wie ich es noch nie zuvor gesehen hatte. Ich pflege sonst Menschen nicht so hemmungslos anzustarren, schon die mönchische Demut, deren ich mich zu befleißigen gelernt hatte, verbot das. Auch war ich nicht wie die meisten hinter den Mauern mit, nun, sagen wir: leicht homoerotischen Gefühlen behaftet. Doch ich wußte vom ersten Moment an, daß dieser Besuch für mein weiteres Leben von entscheidender Bedeutung sein würde. Merkwürdig, übrigens, dieses Gefühl, besonders im Rückblick. Es hat etwas Pathetisches, etwas nachträglich Hineingelogenes, und etwas unerlaubt Fatalistisches an sich. Aber damals interessierten mich derlei Unterscheidungen noch nicht. Ich wußte nur: ich mußte mit diesem Fremden ins Gespräch kommen. Nicht einfach für einen Novizen, der tagsüber mit niedrigen Handreichungen von den Brüdern Küchen- und Gärtnermeister beschäftigt wird, bei den Mahlzeiten noch strikter zu schweigen hat als die vollwertigen Mönche, die Abende in der Bibliothek über seinen Büchern sitzen muß, und überhaupt reichlich wenig Freiheiten genießt.


Mittlerweile hat eine Buche beschlossen, dem Menschenmachwerk seine Grenzen zu zeigen, ihm seine Grenze zu nehmen. Genau dort, wo wir einst, – kein Gefühl für Subtilität, ungeniert plump in ihrer Symbolik – hat sie sich gegen die Umfriedung gelehnt, jahrzehntelang, beharrlich, von keinem Bruder Gärtnermeister mehr gehindert. Und hat sich schließlich Raum gebrochen. Nun bedecken alljährlich im Herbst ihre Blätter das Kreuz, das ich einst, und sie wächst weiter, langsam, geduldig auf uns zu.


Die Gesetze der Evolution treiben merkwürdige Blüten. In meiner Vorstellung zumal. Die Lemminge, diese kleinen braunen Gesellen mit dem netten verschmitzten Gesichtsausdruck und den ewig zitternden Schnurrhaaren, – seit Jahrhunderten ziehen sie in weiser Selbstzerstörung hin und wieder über Land, ergießen sich in Schluchten, stürzen sich in Flüsse, reduzieren sich auf ein ihrem Lebensraum erträgliches Maß. Sie tun es, es ist wohl auch notwendig, sie werden schätzungsweise nicht allzusehr darüber nachdenken – und doch: irgendwann, da bin ich mir sicher, wird einer nicht mehr mitspielen. Vielleicht wird er einfach nur in seinem Nest aus Moos und Flechten sitzen, seinen Genossen kopfschüttelnd hinterdreinsehen und sich seinen getrockneten Beeren zuwenden. Vielleicht aber wird er auch mitziehen, wird sich mit ihnen gemeinsam hinabstürzen in die Schlucht des Isdalen, aber dann wird er die letzte Konsequenz scheuen. Und dem Auferstandenen gleich wird er sich lösen aus dem Schwarm der Fallenden und in die Höhe steigen. Ja, ich bin mir ganz sicher: irgendwann wird ein Lemming lernen: zu fliegen. Ich muß nicht extra hinzufügen, daß ich mich verschiedentlich auf meinen irdischen Wanderungen als ein Lemming gefühlt habe, nicht wahr?



Das Kreuz, ach ja. Ich war immer schon fleißig, wenn es galt, Nutzloses zu schaffen. Sinn fand sich dann schon, nachträglich. Und der ideologische Überbau stand ohne Riß. Rom war weit und hatte ohnehin nicht viel zu sagen, damals – selige Zeit! Was habe ich nicht alles erzählt dem geneigten Stein, ihn prägend fürs Leben. Natürlich auch Kanonisiertes: Moses mit Stab und Meer, Flammencherubim, die Vertriebenen. Natürlich fand auch Er sich immer wieder als Flachrelief, wunderte sich über sein neues Gesicht, wußte nicht, wie ihm geschah, wenn ich ihn setzte inmitten. Meine analphabetischen Schäflein verstanden und wußten bald: ach DER. Beugten sich. Murmelten. Rutschten immer wieder in die alten Gebärden, wollten sich nicht finden ins Kreuz. Wir halfen ihnen. Und ich nahm ihnen ihre Legenden, saugte ab, entzog. Setzte Kontraste: Märtyrer hie, Sumpfdämon dort, ein kleiner Drache, der eilig den Ozean quert. Fratzen, gereiht. Meergetier, schaurig, mittendrin der alte Beda im Kahn, mehr als Ausrede.


Ein paar Jahrhunderte später kehrte ich zurück. Allein, im Morgengrauen, wie es sich gehört. Nebel lag zwischen den Hecken, die Strohmieten hätten auch vergessene Zelte einer in alle Winde zerstreuten Armee sein können. Doch ich wußte es besser, teilte die Schwaden mit gemessenen Schritten, folgte verblichenen Spuren. Erinnerte Schokoladenkuchen, ein furchtbar überbelichtetes Photo. Flötenklage nahebei, herübergedrungen aus anderer Zeit. Gegenwärtiges Schafsgeblök mischt sich. Meine Gedanken und ich, wir laufen asynchron. Während ich hintapse durch feuchtes Gras, springen sie hin und her, versuchen Gewesenes zu koordinieren, spekulieren Künftiges, erproben das „Was-wäre-gewesen-wenn“.


Wir, die wir waren von Anbeginn: Priester und Priesterin. Wir, die wir gemeinsam Torf stachen und das Gras mähten. Wir, denen die Ringe der Leibeigenschaft in die Hälse schnitten. Wir, gekrönt im Hain der Namenlosen, Hochkönige zu Tara. Wir, von Kloster zu Kloster geistige Unzucht treibend. Und noch so oft: wir. Immer einander entgegengestellt. Immer einander versprochen. Nie erfüllt. „Vor ein paar Jahrhunderten hätte ich Dir jetzt eine Frage gestellt…“ – „Und ich – hätte wahrscheinlich sogar ja gesagt…“ Ein alter irischer Friedhof, natürlich. Dabei blieb es. Hätte, wäre, wenn. Temporäre Lösungen. So war es schon, vor Jahrhunderten. Immer wieder die gleiche, verhaltene Frage, die gleiche, nie gegebene Antwort. Immer die Strudel, aus denen keine Leier uns je zurückrief. Zu oft haben wir uns gegenübergestanden, feindlich. Zu oft haben wir miteinander geschlafen. Zu oft haben zwischen uns Scheiterhaufen gelodert, Klingen gesirrt, Querschläger gepfiffen. Und schlimmer noch: die Worte, das Schweigen, die Augen-Blicke. Francis Bacon berichtet von „Frauen mit doppelten Pupillen“, deren Blicke töten konnten – wie recht er hatte. Doch er vergaß die Männer. Vergaß mich.


Nein, so etwas vergeht nicht. Kann nicht, obwohl es sich müht, die erlösende Nichtung suchend durch die Jahrhunderte. Wird bleiben und sich quälen, wird der Vollendung nachjagen und immer wieder entsetzt zurückschrecken vorm Spiegelbild seiner selbst. Eine Liebe wie diese kann nicht vergehen. Kann keine Erfüllung finden und kein Vergessen. Und die Fluchten – sieh sie nicht an, es ist sinnlos. Uns trennt kein Ozean – denn noch lange, nachdem der Tektonik Kräfte seine obszön klaffende Furche schlossen, wird es sein. Wird unser Zueinandertreten Grund genug sein für die Welt, nicht zu erkalten. Das Gesetz der Entropie ist nicht unabänderlich. Nicht für uns. Und dann werden wieder nur wir sein: Gott und Göttin. Doch auch in unserer neuen Schöpfung wird begründet sein der ewige Zirkel der Liebe, der ewige Zirkel des Leids.


Oh – zu pathetisch geraten? Ich sehe gerunzelte Lektorenstirnen. Ja, ja – zugegeben. Heute liest sich das etwas merkwürdig. Große Gefühle schicken sich nicht. Wirkt prätentiös, außerdem verunsichert es die, die verlernt haben, groß zu fühlen. Doch wir kannten damals diese Scham noch nicht. Später dann. Später haben wir gelernt, zu schweigen, zu umschreiben, zu verbrämen.



„Was liebst Du denn so an diesem Brahms? Zum Eifersüchtig-Werden! Dieser verklärte Blick, diese andächtig gesenkte Stimme – keine Frau außer deiner großen alten Liebe entlockt dir Ähnliches…“


„Weißt du – das ist schwer zu beschreiben. Natürlich hat auch Brahms einiges an Schrott geschrieben. Seine Haydn-Variationen zum Beispiel, oder die „Akademische Festouvertüre“ – ganz grausiger Mist. Aber mich überkommt bei seiner Musik viel seltener dieses Gefühl von Peinlichkeit, wie es Beethovensches Pathos oder manchmal die aufgesetzte Unschuld Schuberts hervorrufen. Ein Musikwissenschaftler wird ihm mangelnde Klarheit und gelegentliche kompositorische Schlampereien vorwerfen, Nietzsche nannte es nicht ohne Sympathie die „Melancholie des Unvermögens“, aber ich empfinde es vielmehr so: bei Beethoven darfst du gewöhnlich weiterlesen in deinem Buch, kannst zur Not auch mal in der Zeitung blättern oder dir ein Brot schmieren. Bei einem seiner zwanghaft glücklichen Schlußsätze sei es sogar gestattet, den Putzeimer zu schwingen. Bei Wagner und Mahler treibt es dich aufs Klo – beim einen, um zu kotzen, beim anderen, um die unteren Wege zu reinigen, daß sie dich nicht hindern mögen bei der Auffahrt in die gläubige Wolkenwelt. Oder auch, um sich einen runterzuholen ob all der bigotten Geilheit. Bei Brahms dagegen ist es allenfalls gestattet, sich zu lieben, eine Welt zu erschaffen – oder – wenn man Rilke heißt – ein Rilke-Gedicht zu schreiben. Alles andere ist tabu. Nein, nicht ganz – am angemessensten ist es, mit glücklich blödem Gesichtsausdruck, ein paar Tränen der Schönheit in den Augenwinkeln, ins Nichts zu blicken, mit den Händen unwillkürlich die Töne nachzuschaffen und aufzugehen in den zerrissen zwischen Welt und Welt wandernden Akkorden. Mag sein, daß es unanständig ist, Septolen gegen Quintolen zu setzen, mag sein, daß es sich nicht gehört, Pianisten mit ständigen Dezimen oder Duodezimen-Griffen zu quälen oder arme Geiger durch unvirtuos-unspielbare Passagen zu scheuchen. Mag sein, daß es ungehörig ist, in jeden Tanzsatz ein paar Seufzer und ein wenig Totenmoder, in jeden Wehmuts-Schmelz ein zynisches Grinsen oder einen trockenen Furz zu mischen. Ich liebe in seiner Musik diese Zwiespältigkeit – einerseits eine Rücksichtslosigkeit des Gefühls, die kein Zigeuner-Geiger schafft, andererseits dieses ständige Danebenstehen-und-Grinsen, diese ständige Selbstverneinung, die Selbstironie, die selbst schon wieder zu einem Objekt schönster Trauer werden kann. Ein Irrgarten der Gefühle, in dem vielleicht nur die Existenz dieser Gefühle selbst unangetastet bleibt. Ein willkommener Spiegel für jeden Möchtegern -Wahnsinnigen… Abgesehen davon haben mit Brahms‘ Klaviertrios zwei meiner schönsten Beziehungen angefangen… Seine Musik wird oft zu meiner Sprache, wenn die Sprache wieder einmal versagt vor dem, was mittelmäßige Geister so gern das „Unaussprechliche“ nennen (ich übrigens auch).. . Oh Scheiße – wenn ich jetzt noch anfange, Dir zu erklären, daß Musik für mich immer die einzig gemäße Ausdrucksform war, das auszudrücken, was vor aller Begrifflichkeit auf seine Artikulierung lauert, das sich jedem Wort entzieht, diese Sprache vor den Worten, die jeder ordentliche Wissenschaftler für unmöglich erklärt, dieses Etwas, das doch so gelangweilt und spöttisch sich jeder wissenschaftlichen Widerlegung entzieht wie den Worten und aufersteht in der schnaufenden Klage des Cellisten? Ja – ich bin verrückt. ‚Wovon man nicht klar sprechen kann, davon muß man schweigen‘ – oder in Tönen sprechen, aber darauf ist Wittgenstein erst später gekommen und hat es nicht mehr für nötig befunden, es aufzuschreiben. Weil jeder, den es angeht, es ohnehin weiß. Ja, ich weiß, daß das eine populäre Fehldeutung des Klostergärtners ist. Trotzdem. Ach, vergiß es.“




Ihr blieb nur ein fragender Blick, der nicht frei von Zweifeln an meiner geistigen Unversehrtheit war, und ein hilfloses Die-Hand-auf meinen-Arm-Legen. Sie haßte dieses wegwerfende „vergiß es“. Aber sie wußte auch, daß es nur Zeichen war einer psychischen Involviertheit, die zu quälend, zu intensiv war, um sich ihr zu überlassen, ihr nachzugehen.


Als ich später allein blieb, ließ mich das Thema nicht los – sie war in diesem Fall ohnehin nur ein beliebiges Ziel der von mir produzierten Schall- und Gedankenwellen gewesen – die weitere Kommunikation konnte genausogut auch mit meinem Notizbuch erfolgen. Besser sogar noch – man kann klarer denken, wenn einen nur die fordernde Leere eines Papiers ansieht, statt des Gesichts der Geliebten…


Diese Flachheit, diese Indifferenz, die sich den Anstrich des Lebendigen, Gesunden, Normalen gibt. Es hat mich immer abgestoßen – noch ein wenig mehr, als ich die Menschen beneide, die in dieser Bewußtseinsstufe stehengeblieben sind, – und ihren Mangel (ist es einer? – andere würden hier einige Seiten einschlägiger Betrachtung einfügen. Ich überlasse euch die Entscheidung, vielleicht aus Feigheit vor meiner eigenen Antwort…) nicht einmal bemerken. In der Musik der Menschen zeigt sich diese Unterscheidung am stärksten. Thomas Mann bezeichnete wahre Kunst als das Produkt harter intellektueller Arbeit und verleumdete die Intuition. Ich habe das immer belächelt, oft auch angefeindet. Habe das Recht des Bauches, das Recht des Ungesagten, des Vorbewußten gegen die Kontrolle des absolut denkenden, konstruierenden Geistes verteidigt. Aber angesichts der geistigen Flachwichserei, des sprachlichen Einerleis, der banalen Triebsteuerung dessen, was sich seit längerem unserer Ohren bemächtigt hat, bin ich bereit, Manns Position zu teilen, zeitweilig zumindest. Menschen, die ein Streichquartett als „Gruppe“ oder „Band“ bezeichnen und einen Satz als „Lied“, sind mir verächtlich, auch wenn ich im gleichen Moment mich zwinge, ihre sonstigen Werte nicht zu unterschlagen – soweit vorhanden. Aber diese oberflächlichen Verlautbarungen der Unkultiviertheit sind nur Zeichen für Tieferreichendes. Es ist schon viel argumentiert worden, um die qualitative Überlegenheit der „alten“ Musik über die „neue“ zu belegen. Ihre Herkunft aus einer reicheren Emotionalität und einem klareren, schärferen Geist wissenschaftlich zu fundieren, ist schon so oft versucht worden. Es ist sogar geglückt – was nicht sonderlich schwer ist. Aber es hat nichts gefruchtet. Denn die, die dieser „Musik“ aufsitzen, sind per se nicht in der Lage, solchen Argumentationen zu folgen. Also wendet sich das Folgende auch nur an die, die es ohnehin schon wissen – vergleichbar dem Schulterklopfen, Händeschütteln und wissenden Lächeln, das Staatsmänner nach einer erfolgreich umgangenen Entscheidung zur Schau tragen. Wir werden unter uns bleiben, wir werden uns nicht durch Missionstätigkeit vermehren, – denn das würde uns die Würde der aussterbenden Spezies, die tragische Gehobenheit der letzten Wissenden (ich wähle dieses Wort, wissend, daß es den letzten Kern nicht trifft) nehmen.




Was wird werden, wenn die letzte der Cremoneser Geigen der Überalterung anheimgefallen ist – und schweigt? Werden wohldressierte Rennpferdchen auf magielosen Schachteln weiterbrillieren? Wird es das Ende des tongewordenen Wahns sein, wird das Stummwerden des Holzes nur Zeichen sein für die Taubheit einer noch stumpfer gewordenen Menschheit, die bestenfalls noch für Rhythmen und Infraschallmassage empfänglich ist?

Selbst die letzten Protagonisten des Versinkenden gehören ihm nicht mehr wirklich an, sind zumeist mehr den Gleichungen der Marketing-Strategen entsprungen als dem herrischen Ruf der Be-Rufung. Oder ist es wirklich die Kraft des alten Holzes, die ihnen die Zeit nimmt, und die auszugleichen uns nicht mehr gegeben ist? Ist es die Formel eines Lack-Gemischs, das Werk säurefressender Mikroben, die Klima-Verschiebung, die … – nun:


„Alles Schöne ist ebenso schwierig wie selten“, schrieb Spinoza.


Nun gut. In der Werbung reicht Vanessa Mae Parfümfläschen weiter, – wie schrieb einst die SZ: „…Girlie-Gekratze…“ – und im SZ-Magazin verbreitet sich Moritz von Uslar über die Rückkehr des Busens (ein Thema, das ihn seit seiner Internatszeit am Birklehof wohl nicht losgelassen hat). Gönnen wir den alten Geigen ihre Flucht ins Überzeitliche…



Harfe und Schwert. Eine nette Kombination, auch wenn mir schon damals die Harfe näher war als diese unhandlichen Küchenmesser.


Ich bin betrunken, wie gewöhnlich, wenn die Worte sich einen Weg freischießen aus meinem Kopf, Magazin auf Magazin, unschöne Löcher hinterlassend. Es lindert den Schmerz des Verstehens. Ich habe mich immer gesehnt nach dem halbbewußten Hindämmern der Tage, dem glücklichen Vegetieren. Habe versucht, es zu emulieren, versucht zu erstarren, die Entwicklung des Wahns zu hemmen durch die banale Konstanz des Alltags. Witzlose Idee, damals wie heute. Schon der Bauer, der zwischen Schafescheren und Torfstechen Frieden suchte – er entging nicht. Hin zog es ihn zu den Steinkreisen, immer wieder sog er an den Warzen der Macht, bis er endete dort, das Sichelmesser im Auge. So auch ich heute – mag ich fliehen in die Routine des Jungmanagers, mag ich mich mit mittelmäßigen Menschen umgeben und gängiger Unkultur – immer wieder greift es mich, reißt mich herauf, hinauf, über sie alle hinweg – um mich dann hinabzuschleudern in Felsengrüfte (Schubert, immer wieder, verdammt), die ihr genausowenig kennt wie die eiswinddurchwirbelten Höhen. Diese Momente, in denen ich plötzlich noch fremder werde zwischen den Menschen, wo haariges Gepelz sich ausbreitet vom Nacken her und jede knurrende Faser verkündet: meidet den Wolf!


(„Wie ich einen Ausweg finde, liegt nicht schwer mir auf dem Sinn… jeder Strom wird’s Meer gewinnen, jedes Leiden auch sein Grab…“ – na, wann fangt ihr endlich an, Schubert-Lieder zu hören?)


(Ich, der ich gehe von Land zu Land, ohne Angel, ohne Fisch, brotlos. Nur der Zöllner erkennt in diesem Bild – mich.)


„Und Du? Was hast Du getan all die Jahre?“ – „Ich bin früh schlafen gegangen.“


Neun Leben haben wie die Katze, neunmal den offenen Ausgang der Geschichte vor sich, neunmal vorm gleichen Mauseloch sitzen und warten mit gerundeter Pfote. Ohne Enttäuschung, wenn nichts kommt. Ohne Hoffnung, in gespannter Aufmerksamkeit dennoch. Vielleicht wird es uns der Richter dereinst vorhalten. Sein Problem. Einzig störend: nicht zu wissen, welches Leben es ist, das wir gerade fristen. Das letzte, Vollendung heischende? Oder das erste Wollknäueldasein des Katzenkindes? Nicht wissen, und doch warten. Doch spielen. Doch: leben.


Es gibt keine Erlösung. Nicht von den Geschichten. Selbst überm Holzkohlengrill Satans werden wir weiter: „Weißt Du noch die Normannenhunde? Wie sie die Äbtissin aus dem Nonnenhaus?! Hehee…“ Wie, es gab keine Äbtissin? Aber ich hab´ doch selbst… Und wenn, so blieb sie unbefleckt, weil der Keller feucht, finster und gut verborgen? Na und? Das höllische Feuer ist um ein paar Kelvin abgekühlt, meine Schwären werfen weniger Blasen. Laß uns noch ein paar Klosterschwänke aufwärmen. „Weißt Du noch, der dicke Bruder Küchenmeister? Und wie Du damals den Schrumpelfinger?“ – „Hey, William, erzähl noch mal den Witz mit Aristoteles und dem schwulen Adlatus!“ Wie, der war gar nicht schwul? Clonmacnoise hatte zwölf Kirchen, nicht sieben? Ach nee. Der Normannenhund hockt im Kessel schräg gegenüber, winkt mit blasiger Hand, brabbelt stabreimig mit schiefem Maul, grinst. Was soll’s also. Wir sind hier. Und wir bleiben. Weiter in U-Haft, noch 4327 Jahre bis zur Schlußverhandlung. Wir haben noch Zeit.

Erzähl was!


[Glendalough]

Zwischen Camaderry und Lugduff hat der Glenealo-River ein schroffes Hochtal ausgewaschen. Zeitig muß er angefangen haben damit, denn schon zu Kevins Zeiten dürfte es hier nicht viel anders ausgesehen haben als heute. Wer vorbeisteigt an den alten Blei- und Zinkminen am Ende des Tales, an den Überresten der Bergarbeiterhütten, die ein zorniger Bergrutsch beiseitegewischt hat, weiter die Serpentinen zum Pass empor, endet in der Wegelosigkeit der kargen Wicklow Mountains, breiter, steiniger, von zähem Gras überwachsener Buckel, deren Flanken – schiefrige Konglomerate – kariös abgebröselt sind und skurrille Klippen geformt haben. Überwachsen von Ginster und dornigem Gestrüpp, glitschig und schleimig von Moosen und Algen, ein Alptraum für jeden Kletterer. Ich weiß nicht, ob die Bergleute, die hier einst das Gestein aus mangelhaft gesicherten, willkürlich ins subkutane Fleisch des Berges getriebenen Stollen scharrten, ob sie Augen hatten für die herbe Schönheit dieses Tales. Ich muß keine Steine scharren, kann schauen. Der Wind ist hier schwächer – das Tal weist präzise nach Westen, der Paß gibt ein wenig Schutz. Blickt man zurück, hinab, liegt der wellengekräuselte Upper Lake einem zu Füßen. Die Hauptsiedlung der Klosteranlage, Besucherzentrum und Busparkplatz bleiben hinter der leicht gewölbten Flanke des Camaderry verborgen, auch die Spitze des Rundturmes sieht man nicht.


Doch die älteste Stätte, die kleine ebene Stelle zwischen Berg und See, eingezwängt zwischen den ausgewaschenen Rinnen des Steilufers, die Reste des „Tiempul na Skellig“, darüber im Fels das karge Höhlenbett des Einsiedlers, dieser Ort läßt sich erahnen von hier aus. Ob Kevin seinerzeit von Westen über die Berge kam? Ich kann mich nicht mehr erinnern. Ich weiß nur noch, daß meine Füße wund waren. Weiß noch, wie ich unten am Ufer stand und hinüberstarrte zu dieser kleinen Bucht, die Frieden verhieß und eine der schönsten Kulissen für ein Leben in Meditation und Gebet, die ein Mensch sich vorstellen kann. Ein grauenhaftes Los, im Geruch der Heiligkeit zu stehen. Debile Schafsköpfe, die sich um einen scharen. Scharfsinnige Scholare, die Wunder sehen wollen, um ihre Zweifel zu betäuben. Wichtigtuerische Äbte, die Ihr Kloster mit Dir schmücken wollen. Ich war ihnen entgangen. Und dort drüben sah ich den Ort meiner Bestimmung. Es war ein stürmischer, klarer Tag. Weißköpfige, kurze Wellen eilten zielstrebig zum östlichen Ufer und verliefen sich am Kiesstrand. Dahinter frei gewachsener Auenwald, der den feuchten Talboden überzog, soweit das Auge sah. Die abweisend kahlen Bergrücken ringsum. Ich war lange gegangen an jenem Tage. Aber dennoch machte ich mich auf den weiten und mühsamen Weg um das westliche Ende des Sees herum, durch Sumpf und Ginstergestrüpp. Ich gelangte in die Bucht, sah die Steine der alten Begräbnisstätte, blieb. Wählte die enge Höhle zu meiner Bettstatt, schlug Stufen in den Fels, türmte Gestein zu einem kleinen Bethaus, unten, am Ufer. Eine alte Macht herrschte an diesem Ort – und ich war gekommen, um eine neue zu inthronisieren. Die Herrschaft des Kreuzes, die Herrschaft von Entsagung und Gebet.


[St. Patrick-Schrein am Western Way in Connemara]

„Apostel der Iren“ haben sie mich genannt. Ja, das war ich. Ein wirrköpfiger Fanatiker, der meinte, die flehenden Gebärden ungeborener Kinder im heidnischen Mutterleib zu sehen, die mich um Erlösung anbettelten. Der Stimmen hörte. Den der Herr berufen hatte. Auf einem einsamen Berg in der Einöde Connemaras hatte ich den Auftrag erhalten – hatte das Land unter mir liegen gesehen, und in mir war nur ein Wunsch gewesen: diese Insel, dieses verruchte, heidnische, götzenanbetende Land dem einzigen Herrn zu Füßen zu legen. Ich stieg herab von den Bergen und begann mein Werk. Leistete ganze Arbeit, damals.

Nun bin ich zurückgekehrt. Die Menschen haben die Stelle gefunden. Haben eine Stätte des Gedenkens und der Verehrung daraus gemacht. Der Felsüberhang, unter den ich mich damals kauerte, um vor Wind und Regen ein wenig geschützt zu sein, trägt nun die Inschrift: Bett des Patrick. Einen Kreuzweg haben sie eingerichtet, eine Kapelle, einen in den Fels eingelassenen Altar. Ein wenig abseits haben sie sich auch der Quelle bemächtigt, die mich damals tränkte. In Steine gefaßt rinnt nun das Wasser und mit einem Schild versehen: Heilige Quelle. Ein paar Meter oberhalb ist ein Schaf verreckt, stinkt vor sich hin, vergiftet das Wasser. Den Gläubigen wird es nicht schaden… Ich muß grinsen. Ein eisiger Wind verdünnt den Verwesungsgeruch, reißt Wolken über mich hinweg, verquirlt den Dunstschleier über dem Land, das hilflos und flach vor meinen Blicken daliegt, ganz wie damals. Und wieder stehe ich dort, schaue über das Land hin und fasse einen Entschluß: zurückkehren werde ich zu den Menschen, den Narren und Leichnamen, wie damals werde ich rastlos das Land durchziehen, doch meine Mission wird eine andere sein. Ich will die heiligen Eichen wieder pflanzen, die ich damals verbrannte, die Altäre wieder aufrichten, die ich zerschmetterte. Die alten Orte der Macht, die ich entweihte durchs Kreuz, will ich reinigen. Auf dem Hügel von Slane, wo ich einst ein frevlerisches Feuer entfachte, wird wieder der Rat der Weisen zusammentreten. Und auf den Steintischen und Opfersteinen wird dampfendes Schafsgedärm die Ahnen befrieden.


[Carrowkeel Passage Tombs]
Ich denke nicht gerne an die Zeit zurück, in der wir diese Gräber bauten. Denn es gab zahlreichen Anlaß, sie zu bauen. Harte Winter und nasse Sommer hatten uns Hunger gebracht und Krankheiten wüteten unter der Horde. Es ging uns nicht gut damals. Und sie nutzte die Not aus. Sie war eine charismatische Führerin. Sie war schön. Und sie wußte das. Sie war grausam. Und wir wußten es. Es war nicht gut, ihr zu widersprechen oder sich ihr gar zu widersetzen, denn sie war mit den Geistern im Bunde und hatte auch sonst allerlei Mittel, sich einen Mann gefügig zu machen. Unter ihren wachsamen Augen hatten wir genau nach ihren Anweisungen die Steine gehäuft. Ein paar von uns waren bereits beim Bau der Grabkammern gestorben und hatten die ersten Bewohner gestellt. (…) Später hatte ich die Gräber oft besucht. Ich mochte die Toten. Sie waren nicht so – aufdringlich. Nicht, daß sie schweigsam gewesen wären, nein, das nicht gerade. Aber sie waren nicht so sinnlos geschwätzig, so ungewaschen und banal wie die Lebenden. Merkwürdig eigentlich – schließlich hatten sie selbst einmal dazugehört. Aber die körperlose Existenz, in die sie übergegangen waren, hatte sie anscheinend etwas geläutert.

Lyrik-Passagen


Du bleibst, verwaistes Lied –

verweh‘ jetzt auch!

Und such das Traumbild,

das mir längst entschwunden!

Und grüß es mir, wenn du es aufgefunden:


Dem luft’gen Schatten send ich luft’gen Hauch.

(Heine, Vorrede zum „Buch der Lieder“)



Teuerer Freund! Was soll es nützen,

Stets das alte Lied zu leiern?

Willst Du ewig brütend sitzen

Auf den alten Liebeseiern?


Ach! Das ist ein ewig Gattern,

Aus den Schalen kriechen Küchlein,

Und sie piepsen und sie flattern,

Und du sperrst sie in ein Büchlein.“

(Heine, Buch der Lieder)


…oder werf ich in die Natur

als meines Untergangs Widerlegung

deinen Einfluss zurück? Die lange

Erregung

auf deiner Spur?

(Rilke)

Lachen / Denken

"People should not be afraid of their governments, governments should be afraid of their people."
- V (Hugo Weaving) in "V wie Vendetta" (2005)

Das hier ist…

"Elvish Rantings"
Das private Blog des Menschen hinter Elfenwald.
Martin Hoffmann
Mehr oder minder Liebevolles, Böses und Geistreiches zum Zeitgeschehen, gemischt mit reichlich Nabelschau.
Wünsche viel Vergnügen und vielleicht den einen oder anderen Gedanken... ;-)
Martin Hoffmann

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