Nein, das ist nicht von mir. Simmel. Johannes Mario Simmel.

„Ich habe gelegentlich schreckliche Angst davor, daß es nach dem Tod weitergehen könnte. […] Wenn ich gestorben bin, dann soll verflucht noch mal Schluß sein.“ Das hat er mal gesagt, schon eine Weile her.

Nun ist er gegangen, und wird sich dieser Angst stellen müssen. Oder vielleicht findet sich auch ein Paralleluniversum, wo seinem Wunsch genüge getan wird, und es einfach nur wohltuend dunkel und still wird.

Was ich mit Simmel zu schaffen habe? Nicht viel. Lange habe ich ihn, wie es sich für einen ordentlichen Halbintellektuellen gehört, gleich neben Konsalik in die Bestseller-Paria-Schublade einsortiert, die, wo man allenfalls mal heimlich drin stöbert…

Aber irgendwie mochte ich ihn, obwohl ich mich nie intensiv mit ihm oder seinen Büchern befaßt habe.

Ein paar habe ich gelesen. Und mit Verwunderung stellte ich gerade fest, daß ausgerechnet sein wohl brisantestes Buch („Die im Dunkeln sieht man nicht“) nicht mehr gedruckt wird und nur noch antiquarisch zu bekommen ist. Na klar, im Vorkriegsdeutschland 2009 gibt es Themen, die man nicht so gerne liest. (Ach ja, das mit dem „Vorkriegs-“ stimmt natürlich schon eine Weile nicht mehr, aber lassen wir die Probeverletzungen des Völkerrechts und des Grundgesetzes mal außen vor, das dicke Ende kommt noch.)

JMS ist vermutlich noch rechtzeitig weggekommen. Wir anderen dürfen überlegen, ob wir vorher handeln oder hinterher wieder Bücher schreiben wollen, wobei noch zu hinterfragen wäre, ob unsere ebenso viel gelesen würden…

Ihm wünsche ich, was er sich gewünscht hat.

Oder die Entdeckung, daß ein paar weitere Anläufe gar nicht so übel sein könnten.

Genug zu tun und zu schreiben wäre noch.

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