Ich mag zwar mit diesem abstrusen Grauselzeug eigentlich gar nicht mehr so viel Zeit verbringen, aber es wird sich wohl nicht ganz vermeiden lassen. Ebensowenig wie die Beschäftigung mit meinen speziellen Freunden aus der Alien-Erlösungsfraktion um Michael Kap/George und Madame Candace Frieze, die, nach dem heutigen „Rundbrief“ zu urteilen, nun endgültig abdrehen. Vermutlich plangemäß. Aber alles zu seiner Zeit.
Heute will ich, angeregt durch ein Telephonat mit einer lieben Freundin, noch mal kurz etwas aufwärmen, das im November 2005 durch die Presse ging und anscheinend fast schon wieder in Vergessenheit geraten ist. Aber nicht in Vergessenheit geraten darf.
An jedem Päckchen „Tamiflu“ verdient Folterfreund und US-Verteidigungsminister Rumsfeld mit – von ihm selbst bestätigt…

Rumsfeld ging am 1.11. 2005 in die Offensive, nachdem immer deutlicher geworden war, woher die (medizinisch nicht zu rechtfertigenden) Empfehlungen für Tamiflu von der WHO und die großzügigen Einkäufe dieses Mittelchens der US-Armee motiviert waren. Rumsfeld kontaktierte den Ethikausschuß des Senats und das Justizministerium und „erklärte sich in allen Entscheidungen Tamiflu betreffend für befangen“. Schön.

An der Sachlage änderte sich dadurch nichts.

Selbst unsere Staatsmedien und andere, der Verschwörungstheorien eher unverdächtige Quellen meldeten den Zusammenhang, so z.B. der „Spiegel“ („Vogelgrippe: Rumsfeld profitiert vom Tamiflu-Boom„), das „Deutsche Ärzteblatt“ schreibt es am 2.11. („Rumsfeld erklärt sich in Vogelgrippe-Fragen für befangen“), und etwas unabhängigere Stellen werden in Titel und Text noch deutlicher. So schreibt das Saar-Echo unter der Schlagzeile „Bush machte die Panik und Rumsfeld Profit ziemlich klar, worum es geht.

Kurz zusammengefaßt: Tamiflu ist teuer und bringt nicht mehr als andere Grippemittel. In Sachen Vogelgrippe schon gleich gar nicht – da schwafeln ja selbst die offiziellen Stellen von einem mythologischen Super-Virus, der erst noch entstehen müsse, damit die Sache richtig lustig wird – dessen Eigenschaften man also noch nicht kennt, von Gegenmitteln ganz zu schweigen. Verbraucher und Ärzte sahen das ähnlich und ver-/kauften das Zeug nicht. Zumindest nicht genug, um den Gewinnvorstellungen der Pharma-Abzocker gerecht zu werden.

Das sind in diesem Falle die sattsam bekannte Firma Roche als Hersteller, und ein US-Laden namens Gilead Science, der an der Entwicklung von Tamiflu entscheidend beteiligt war und über Patente umsatzabhängig satt mitverdient. Was tun, wenn die Kasse nicht klingelt wie erwartet? Na, Nachfrage steigern, ist doch klar. Und da ist es hilfreich, wenn man die richtigen Leute kennt. Oder diese Leute sogar ein gesundes finanzielles Interesse an der Sache haben. Donald Rumsfeld hat zwar seinen Vorstandsposten niedergelegt, als er Minister wurde, ist aber an Gilead mit einem satten Aktienpaket beteiligt. Genaue Zahlen sind nicht bekannt, aber die offiziellen Angaben lauten „in Millionenhöhe„. Genug, um den Vertrieb ein wenig ankurbeln zu wollen.

Und so wurde plötzlich das Aschenputtel Tamiflu zur strahlenden Weltretterin. Die „Weltgesundheitsorganisation“, auch sonst schon oft durch höchst fragwürdige Aussagen und kleine Gefälligkeiten aufgefallen, pries spontan Tamiflu als optimales Anti-Pandemie-Mittel. Zumindest hatte die WHO noch den Anstand, Tamiflu nur als Beispiel zu nennen, andere kleinere Studien und Institute waren noch williger und dichteten dem Zeug Alleinstellungsmerkmale an, die es nicht hat und nie hatte.

Das heißt jetzt noch nicht unbedingt, daß frisch gezüchtete H5N1-Viren nächtens von CIA-Schlapphüten im Wattenmeer verteilt werden. Aber es liefert ein weiteres Mosaiksteinchen, warum das Virus so wirkt (und oft nicht wirkt) wie es das tut, warum Medien und Politik reagieren, wie sie reagieren, und warum eilfertigst auch von unseren Regierungen großzügige Bevorratung mit dem Placebo Tamiflu befohlen wird. Die Rente ist sicher – zumindest für Donald R.

Wichtig bei der Rumsfeld-Connection ist, daß sie einen klar belegbaren und von jeglicher Spekulation freien „Hammer“ in dieser merkwürdigen „Vogelgrippe“-Geschichte darstellt. Und damit selbst mediengläubigen Menschen klar machen müßte: nicht nur im Karikaturenstaate Dänemark ist etwas oberfaul.

Der eigentliche Hund ist vermutlich auf anderen Ebenen begraben – aber da wird es spekulativ. Was man mit massenhaften Zwangsimpfungen einer Bevölkerung antun kann, wissen wir noch ganz real aus Zeiten der Pockenimpfungen und etwas fiktiver aus der guten alten Akte X. Und warum es ausgerechnet unsere gefiederten Freunde erwischt, das ruft auch ein paar Assoziationen wach. Und warum es primär weder die Stall-KZ-Insassen dahinrafft noch die richtig wilden Vögel, sondern gerade die lauwarmen Halbdegenerierten, die nicht mehr ziehen und stationär an behaglichen Plätzen wie bei Rügen und Riems herumhängen, ist auch ein Punkt, der uns etwas mitteilen will.

Was genau, kann ich noch nicht spüren. Aber wir werden es schon noch deutlich genug zu spüren bekommen, fürchte ich.
Einen weiteren kleinen Hinweis liefert übrigens der Name des Unternehmens – man lese hier und ziehe seine eigenen Schlüsse.

P.S.: etwas objektiver als ich hier stellt ein lesenswerter Wikipedia-Artikel die Geschichte und die (Nicht-)Wirksamkeit von Tamiflu (Wirkstoff Oseltamivir) dar. Hier zu lesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Tamiflu
U.a. enthält er folgende Aussagen und Fakten:

Tamiflu vermindert also die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Influenzavirus im Körper ausbreitet und kann so dazu beitragen, dass die Krankheitsdauer geringfügig (im Mittel bei Erwachsenen um einen Tag) verkürzt wird, die Symptome der Grippe gemildert und eventuell gefährliche Folgekomplikationen, wie z. B. Lungenentzündungen, verhindert werden. Ein wissenschaftlicher Beweis für eine Verringerung der Mortalität durch die Einnahme von Tamiflu liegt indes bislang nicht vor. (vgl.: „Welchen Nutzen haben Neuraminidase-Hemmer bei einer Grippe-Pandemie?“ Arznei-Telegramm 2005; Jg. 36, Nr. 7. S. 62 f.)“

oder auch die hier:

„Im November 2005 wurden Berichte aus Japan bekannt, denen zufolge Entzündungen im Gehirn und erhebliche neuropsychiatrische Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen beobachtet wurden, die infolge einer Influenza-Infektion Tamiflu eingenommen hatten.“

Kleiner Nachtrag:

Für alle, die die Rumsfeld-Gilead-Tamiflu-Connection immer noch für eine Verschwörungshypothese halten – mittlerweile liegen neben Rumsfelds eigenem Statement vom 1.11.2005 und unzähligen Berichten selbst in den Mainstreammedien auch noch konkrete Zahlen vor (u.a. von der NYT gemeldet): demnach verkaufte Rumsfeld letzten Herbst ein kleineres Aktienpaket im Wert von rund 5 Mio Dollar, die verbleibende Beteiligung hatte einen Wert von rund 25 Mio Dollar. Das dürfte mittlerweile ein wenig mehr sein…

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