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Früher schliefst Du im Fluge, hoch oben
wo ich nie sein werd aus eigener Kraft.

Nun liegst Du auf meiner Brust,
mit gebrochenem Flügel

Kraftlos.

Bot Dir an, zu helfen
beim Übergang.

Doch Du wolltest nicht –

Leben ist noch in Dir,
und der Wille zu SEIN.

Von dieser Szene gibt es kein Bild.

Es war frühmorgens. Vor ein paar Tagen.

Abends war er zu uns gekommen – die Freundin, bei der ich momentan wohne, hatte ihn gefunden – fast tot, zausig, Ameisen bereits bei der Arbeit. Ein Mauersegler . Im Straßenschmutz und Baustellenlärm mitten in München – wohl gegen eine Scheibe geprallt oder ein Auto. Schnabel verbogen, einer der wunderschönen sichelförmigen Flügel kraftlos und vermutlich gebrochen.

Ich kannte nur ihren Ruf, habe sie oft gesehen hoch oben bei ihren atemberaubenden Flugmanövern, wußte von ihrer legendären Kunst, fast ihr ganzes Leben in der Luft zu verbringen. Vieles weiß man noch nicht – aber während ihrer rund neunmonatigen Reise nach Südafrika und zurück (sie kommen nur zum Brüten her) berühren sie vermutlich so gut wie kein einziges Mal den Boden. Jedenfalls nicht freiwillig. Diese Extremflieger „schlafen“ sogar in der Luft – verdrücken sich in vergleichsweise warme Luftschichten, oft 3000 Meter hoch, schalten dort sozusagen auf Autopilot und dösen.

Nun flog er nicht mehr….

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