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Ich werde „Elvish Rantings“ in den nächsten Tagen dauerhaft in den Ruhestand schicken. Und die peinlichen Ergebnisse der letzten Wahl sollen hier nicht den Abschluß bilden.

Daher noch zwei Posts in der Rubrik „Schönheit der Erde“. Dies ist der erste.

„Home“ ist nicht gerade ein Geheimtip. Die meisten von Euch werden ihn bereits gesehen haben. Der Rest tut es jetzt. ;-)

Ja, ich weiß. Der Film ist nicht nur von Kosmetik-Konzernen gesponsort, er ist auch hier und da etwas sehr glatt geschminkt. Er präsentiert keine Lösungen, eiert ein wenig darum herum, die Wurzeln der diversen Übel beim Namen zu nennen, und der Zweckoptimismus gegen Ende ist löblich, jedoch weder sehr überzeugend, noch sind die angeführten „positiven“ Entwicklungen und Projekte wirklich alle so ganz im Sinne der Menschheit und ihres kleinen Heimatplaneten.

Seht ihn Euch trotzdem an. Er ist wunderschön, und wer ihn trockenen Auges übersteht, der möge künftig bitte auf anderen Planeten inkarnieren.

Wenige haben die Gabe, solche Bilder zu schaffen wie Yann Arthus-Bertrand, der schon mit Nomaden der Lüfte das Staunvermögen und die Tränendrüsen gar wunderbar strapazierte.
Das Wesen „Erde“, auf dessen Organismus wir herumkrauchen wie Milben auf unserer Haut, – sehen wir es uns immer mal wieder an. Liebevoll. Staunend. Draußen, im Blühen einer Blume, dem Rauschen der Eichen, dem Wogen des Grases („das Haar der Erde“). Und in Filmen wie diesem von oben und in seiner gesamten Vielfalt und Unglaublichkeit.

Wer sich gelegentlich erinnert, der schändet unseren Wirtsorganismus vielleicht etwas weniger. Und träumt etwas mehr.

Wem die Bildqualität des oben eingebetteten Videos (darf man übrigens, der Film ist „frei“) nicht ausreicht, der kann die ganze Schönheit der Bilder auch hochauflösend auf DVD oder BlueRay genießen: hier lang bitte – „HOME“.

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Schönheit der Erde.

Während ich dabei bin, meine Entwicklungen der letzten Zeit, die sich höchst positiv anfühlen, aber sich noch ausklamüsern und entfalten, in Worte zu fassen für ein längeres Update hier – sollt Ihr nicht darben… ;-)

Eine neue Rubrik, die mit einer heute „zufällig“ entdeckten Seite und den wunderbaren Photographien von Nick Brandt eröffnet wird.

Schönheit der Erde. Damit wir nicht ganz vergessen, wo wir sind, und warum wir uns eigentlich manchmal so aufregen über das Treiben gewisser skrupelloser Schweinebacken. Und warum wir neue Wege finden und gehen.

Mich haben diese Bilder sehr berührt, besonders die „Elephant Ghostworld“. Genießt sie. Ein Klick auf den Eli unten bringt Euch hin.

01_Elephant-Drinking.jpg
Photo: Nick Brandt
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Gore? Tex!

Mag sein, daß es daran liegt, daß ich Menschen auf einem gewissen Level politischer Macht grundsätzlich nicht traue.

Wer da hochkommt, hat in 99,78% der Fälle eine sehr fleckenmittelbedürftige Weste. Und ein paar stinkende Leichen im Keller. Man hege seine Vorurteile. ;-) – Sie stimmen meist…

Gore ist für mich jedenfalls mehr mit -tex verbunden als mit Al-. Ich habe mich nie sehr intensiv für ihn interessiert.

Ja, da hat sich jemand sehr progressiv aufgeführt. Hat schon Bücher über den Zustand unseres Planeten geschrieben, als die meisten hier gerade mitten in der antigrünen Restauration, und das politische Amerika bis zum Anschlag im Enddarm der Ölindustrie steckte (was es immer noch tut, sofern es nicht ohnehin damit identisch ist).

Irgendwie bin ich bei diesem Menschen aber dennoch einen schalen Geschmack im Mund nie losgeworden. Hmm. Man muß nicht alles begründen. Habe mich jedenfalls nie recht für ihn erwärmen können, muhaaahaa, gutes Wortspiel… ;-)

Nun hat er den Friedensnobelpreis bekommen. Was’n Ding.
Meint auch die Koalition der Unwilligen, die sich jetzt ereifern.

Gerhard Wisnewski, gründlich im Anti-Klima-Rausch und mit der Promotion seiner diesbezüglichen DVD beschäftigt, belfert fast so unqualifiziert wie Michelle Malkin, diese Haß-Auftragsbloggerin der finstersten US-Zirkel, oder der tcheschhhischhhe (*zungesortier*, es ist spät) Präsident Klaus, der neulich in seiner unendlichen Weisheit verkündete:

„… that only Al Gore, and not a sane person, would say that mankind is ruining the planet…“

Nun ja, Klaus gibt sich ja auch gerne für Hetz-Anzeigenkampagnen des Heartland Institute her.

Eine lustige Allianz, die da jetzt kräftig Steine aus dem Treibhaus wirft. Und alle miteinander sehr durchsichtig motiviert. Wie sagte Klaus:

„It rather seems that Gore’s doubting of basic cornerstones of the current civilization does not contribute to peace.”

Klaus said in a recent speech that environmentalists’ efforts to halt global warming “fatally endanger our freedom and prosperity.”

Holy fuck. Freiheit und Wohlstand. Da sogst‘ nix mehr. Da ist ein freundschaftlicheres Verhältnis unserem Planeten gegenüber natürlich eine Gefahr. Und wie.

Die tragenden Säulen unserer Zivilisation? Guter Witz, Klausi.

Gores Klima-Propagandafilm enthält Fehler? Na doll. Unser Verhalten „unserem“ Planeten gegenüber enthält mehr davon, schon wesentlich länger, und wesentlich gravierender. Die Perversionen unserer Marktwirtschaft werden jedoch Schulkindern ohne richterliche Zensur und Zwangsannotationen eingetrichtert, im Gegensatz zu Gores Klimaschinken.

Kann schon sein, daß Gore-tex hauptsächlich heißen Dampf rausläßt. Das ist der Job von Membranen und Politikern.

Aber für ihn gilt das Gleiche, was ich neulich schon zum Klima-Hype als Ganzem schrieb: es ist unerheblich, ob unsere zusätzliche CO2-Produktion tatsächlich für die Erwärmung und ein mögliches klimatisches „Umkippen“ der Erde verantwortlich ist.

Es ist völlig irrelevant, ob die herzigen Eisbären einfach im Sturm ertrunken sind oder weil sie kein Packeis mehr finden konnten.

Es ist gut, wenn – notfalls mit den gleichen Mitteln der dämlichen, tränendrüsen- und instinktorientierten Propaganda, mit der „wir“ seit Jahrzehnten zu Erde und Menschheit mißhandelnden konsumgeilen und ellnbogenschwingenden Arschlöchern programmiert werden, gegenteilige Impulse in die Köpfe und Herzen hineinappliziert werden.

Gore ist ein „Heuchler„? So what. Knapp 100% seiner Kritiker noch viel mehr.
Und im Gegensatz zu ihnen ist er ein nützlicher Heuchler. Und ein relevanter.

Ich gönne ihm den Preis. Und auch die „Jury“ verdient Lob, daß sie nicht Junior-Alien Bush für die „Befriedung“ des Irak ausgezeichnet hat, sondern den Mut hatte, so ein Müsli-Thema wie Umwelt und Klima zum Thema zu machen, das, wie wir von tschechischen (ah, jetzt gings) Präsidenten gelernt haben, mit Frieden nix zu tun hat und sogar ganz doll gefährlich ist für unsere die „Zivilisation“ der Kriegsgewinnler.

Klatsch. Klatsch. Ein Bravo gen Schweden.
Auch wenn man zweifeln darf, ob es real etwas nützen wird.

Nachtrag: Apple, wo man nach den jüngsten Ärgerlichkeiten um User-Gängelung und iPhone-Despotentum wohl ein wenig am progressiven Image schrauben möchte (und nebenbei bemerkt ja wirklich für einen Milliardenkonzern vergleichsweise „sauber“ arbeitet und positive Ansätze unterstützt), hat aktuell seine (englische) Homepage Al Gore gewidmet:

Apple: Homepage-Hommage an Al Gore

Netter Zug. Kostet sie garantiert ein bißchen Umsatz bei den NeoCons. Und wird ihnen eine Menge böser Mails einbringen, so wie Google die Sputnik-Feier… ;-)

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Wenn ich mich recht an meine Jugendtage erinnere, war das mal eine der üblichen populistischen Phrasen des dicksten Haufens Kanzler, den die Republik je hatte. Und wenn ich mich ganz recht erinnere, dann bezog sich das auf eine Handvoll „linker Chaoten“, die damals so ketzerisches Zeug wie „Tempo 100“ auf Autobahnen forderten, weil es der Luft und den Wäldern nicht eben gut ging.

Ein kleines Déjà-vu-Erlebnis hatte ich daher, als ich kürzlich unter der Überschrift „Planet gerettet, Lebensfreude futsch“ im Blog des ansonsten von mir sehr geschätzten Hans Peter Zimmermann eine wenig durchdachte Kurz-Polemik zur Klima-Thematik las.

Und heute preist der ebenfalls ansonsten hochgeschätzte Gerhard Wisnewski, der zu diesem Thema schon ein paar weit unter seinem sonstigen Niveau angesiedelte Artikel abgelassen hat, seine neue DVD an, auf der er „Die Klima-Religion“ „auseinandernimmt“. Aha. War da nicht neulich anderswo erst was mit der „Holocaust-Religion“? OK, ok, T’schulligung, andere Baustelle. Schon klar. Nur versehentlich gleiches Vokabular erwischt. Kommt vor. Verkaufsfördernde Titel sind meistens ähnlich. Und dämlich.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich kotze bei der unsäglichen Heuchelei, die da gerade quer durch Politik, Medien und Wirtschaft schwappt, ebenfalls.
Es ist auch richtig und bekannt, daß eine Menge der „wissenschaftlichen“ Aussagen zu diesem Thema gelogen, gebogen oder zumindest mit höchst wackeligen Variablen versehen sind.

Aber.

Ich kotze genauso bei dem dämlichen Populismus und postpubertären Trotzgetue derer, die jetzt zum „Business as usual“ blasen und möglichst mit dem zu erwartenden Beifall der tiefergelegten BMW-Fraktion noch ein paar Euros abgreifen wollen.

Man kann sich über die Gesamt-Energiebilanz von Produkten lange unterhalten und darüber, ob das Kaufen neuer Autos irgendetwas zum „Klimaschutz“ beiträgt (sicher nicht).
Man kann die dummdreiste Abzocke, mit der die Politik zwei Grad Erwärmung am liebsten in 20 % mehr Steuern ummünzen möchte, geißeln (jawoll).
Man kann auch auf Wissenschaftler eindreschen, die für dreißig Forschungssilberlinge alles CeeOooZwei dieser Welt zurechtrechnen, wie es der gerade vorherrschenden politischen Windrichtung entspricht (ein Großteil der Wissenschaft hat eh nichts mehr mit „Wissenschaft“ zu tun).
Man darf auch gerne darauf hinweisen, daß es gewisse Zyklen im Erdklima gibt – und es weder das erste, noch das letzte Mal sein wird, daß es wärmer oder kälter wird auf diesem ulkigen Planeten.

Alles gut und schön.

Man darf sogar darüber lästern, daß nach 20 Jahren „Grünem“ Niedergang und „Wir-sind-wieder-Wer“-Geprotze nebst Ölbeschaffungskriegen nun plötzlich allenthalben in der Politik ein Schein-Umweltbewußtsein ausbricht. Oder über den galoppierenden Witz, daß ausgerechnet einer der skrupellosesten Menschheitsvergifter und -verstrahler, die liebe Atomindustrie, sich jetzt als „Wir haben’s doch schon immer gesagt“-Retter aufführt. Auch die Klima-Ablaßhändler mit ihren CO2-„Zertifikaten“ gehören teils hinterfragt, teils zum Bäumepflanzen abkommandiert. Und über den Bio-Diesel-Raps-Quark und die Landkäufe von Bush & Co in Südamerika, wo jetzt dann in riesigen Monokulturen einer auf „BIO“-Öl statt Blut-Öl gemacht wird, muß man sogar Klartext reden.

Aber lassen wir doch bitte die „Ich DARF das aber“*stampf* – Kindereien und die halbesotherischen Verbrämungen des Gaspedalreflexes weg.

Um noch einmal Hans Peter Zimmermann zu zitieren:

„Ja, wir Menschen produzieren Müll und sondern Stoffe ab, die für den Planeten nicht gerade leicht zu ertragen sind. Das ist schon lange so, und es ist normal! Sollen wir uns deswegen unsere Lebensfreude kaputt machen lassen?“

„Normal.“ Klar, ne. Voll normaaal!, geradezu. Und:

„Ich sage: Unser Planet muss nicht gerettet werden. Er wird uns so lange zur Verfügung stehen, wie es für uns und ihn gut ist. Dann wird er sich vielleicht für ein paar Millionen Jahre regenerieren, und dann geht’s von neuem los.“

Dazwischen noch eine eilig geschusterte Parallele zu den widerlichen Predigern der „Ursünde“, was ich in anderem Zusammenhang ja jederzeit unterschreibe. Aber hier?
Aua. Denn der Rest der Aussage ist doch biblische Hybris pur: „machet Euch die Erde untertan“, denn sie ist ja zur Belustigung der „Krone“ da… Naja, bei der Rettung der „Lebensfreude“ – was auch immer darunter verstanden wird – stört halt die Logik manchmal.

Mir fällt bei dieser Beschreibung unseres Verhältnisses zum Planeten Erde nur der Vergleich zwischen liebevoll behandelter Mutter und mißhandelter Zwangsprostituierter ein. Klar – wir müssen halt bissl abspritzen hier und da, das ist „normal“, und die kann das schon ab. Die braucht das doch. Wenn sie dann alt und häßlich ist, und wir sie nicht mehr brauchen, dann kann sie sich ja regenerieren…

Leutz. Entweder ein Großteil dieser Klima-Konterrevolution besteht aus PS-geilen Schwachköpfen, die Angst um ihre Benzinration haben. Oder Ihr kapiert das Konzept von Propaganda nicht. Oder Ihr habt noch etwas GANZ anderes im Sinn…

Der aktuelle Klima-Hype ist an sich Banane, ok. Die wissenschaftlichen Grundlagen sind bestenfalls ungeklärt, auch ok. Ein Großteil der bislang propagierten Maßnahmen ist Blödsinn oder Geschäftemacherei, sowieso ok. Aber vergessen wir bitte zwei Punkte nicht:

Der Hype ist nützlich. Menschen, die jahrelang jeden „umweltfreundlichen“ Ansatz ins „Müsli“-Ghetto zurückgeblökt haben, reden plötzlich über Klima, und Schutz, und so Sachen… Mir vollkommen wurscht, ob sie was verstehen. Mir auch wurscht, ob sie Schuldgefühle haben. Haben sie höchstwahrscheinlich sehr zu Recht.
Und wenn sie ein paar verdammte stinkende Liter Benzin weniger rausblasen und hier und da ihren faulen Arsch per pedes zum Zigarettenautomaten schleppen, ist das doch wunderbar.
Und mit etwas Geschick könnte man, statt sich über CO2 oder Nicht-CO2 einen abzukaspern, im Windschatten des Klima-Hype sinnvollere Informationen und relevantere Veränderungen unseres Verhaltens Mutter Erde gegenüber in die Hirne bugsieren.

Denn: selbst wenn ein Großteil des aktuellen Klima-Gefasels Nonsense ist – es ist NICHT abzustreiten, daß unsere Anwesenheit, unsere dümmliche karnickelmäßige Vermehrungsstrategie und unsere Blödheit und Gier diesen Planeten verändern. Und zwar nicht zum Besseren. Ich habe gerade keine Lust, die Myriaden von Sauereien aufzulisten. Sie sind bekannt. Und sichtbar. Alles ganz „normal“?

Ich finde es reichlich Panne, wenn ansonsten intelligente Menschen, die von „9/11“ bis zum Religionswahnsinn klarsehen und klare Worte finden, den Klima-Hype zu nichts besserem zu nutzen wissen, als sich wie die Ehrenvorsitzenden der Autofahrerpartei zu gerieren und der Menschheit einen Persilschein für ihr Arschlochverhalten auszustellen. Und was hat ein wenig zivilisierte Rücksichtnahme, die das trotzige Kind Menschheit bislang nicht gelernt hat, mit einem Verlust der „Lebensfreude“ zu tun???

Aber wenn es ums heilige Gaspedal geht, schalten sie halt alle auf’s Stammhirn um. Wrrrrrooam. Geil.
Klima? Umwelt?
Ey Aldä, hör mich auf. Ich brauch mein‘ Lebensfreude.
Ein Prosit der Gemütlichkeit. Oder so.

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