Es war nicht viel zu hören oder lesen von mir in den letzten Monaten.
Was war los? Nun, ich habe gelebt. Mehr oder minder intensiv, mehr oder weniger glücklich. Die meiste Zeit weniger. Und ich habe gelernt. Immer mal wieder.

Wer Wege abseits des Mainstreams und des vermeintlich planbaren Rentenalters geht, rennt immer mal wieder an Wände, erkennt eigene Limitierungen, entdeckt persönliche Themen, die sein Leben im Innen wie Außen beeinflussen und manchmal auch blockieren.
Dann kommen wieder die Phasen der inneren Arbeit, des Suchens, des Verstehens, das oft genug schmerzvoll ist…


Die Liebe – auch hier gehe ich ja „andere“ Wege, über die ich mich in nächster Zeit auch noch einmal etwas auslassen werde. Und das führt manchmal zu Leid und Leidensdruck. Geht außer den Beteiligten keinen was an – war aber paradoxerweise eine der Hauptblockaden in letzer Zeit. Und was blockiert, ist im Kern falsch. Erkannt, aber noch nicht wirklich umgesetzt und gelöst.

Was sich in letzter Zeit leider auch gesundheitlich niedergeschlagen hat bei mir – meine rechte Hüfte war ziemlich im Eimer und nervt immer noch. Warum? Lest bei Dethlefsen/Dahlke nach, das Kapitel über Rheumatiker. Trifft mich ganz gut. Nun – Ursachen aufarbeiten und abstellen, und dazu gute Beinwell-Salbe und Schwedenbitter… ;-)

Und meine Projekte – ich bin es müde. So oft. Ich weiß, und das hat nichts mit Arroganz oder Selbstüberschätzung zu tun, daß ich eine Art Vorreiterrolle einnehme, daß ich mit meinen Gedanken und Experimenten in manchem Punkt recht „früh“ dran bin. Und ich bin es gewohnt, daß nur wenige Menschen überhaupt verstehen, worum es mir geht.

Aber dennoch – manchmal machen sich Frust und Resignation breit.

Ich hasse es, zu führen, allein voranzugehen – und muß es doch tun. Und lerne nur langsam, es GERN zu tun.

Die Menschen, die mich unterstützen, tun das aus verschiedenen Gründen, jeder auf seine Art, und ich kritisiere sie nicht dafür.

Aber manchmal wünsche ich mir ANDERE Gefährten, aktivere, sehendere, die nicht nur meine Ideen nett finden und ggf. dann auch in ein fertiges Wäldchen mit einziehen würden, sondern die die Notwendigkeit und Dringlichkeit eines solchen Projektes SEHEN, die Hintergründe BEGREIFEN, und sich dann auch AKTIV in Bewegung setzen und an seiner Verwirklichung mitARBEITEN.

Da sieht es bislang dünn aus.

Und ich weiß, daß auch dieses Fehlen von aktiven Mit-Visionären (und dem einen oder anderen handfesten Pragmatiker…) letztlich ein Spiegel meiner eigenen inneren Prozesse ist.

Nun – ich habe wieder einiges über mich gelernt. Und auch über anderes als mich.

Die nächste Zeit werde ich mich wieder sichtbarer machen.
Ich bin etwas seßhafter zur Zeit, weil ich zu arbeiten habe, auch an einem „Business“-Projekt von Freunden.
Ich werde schreiben und mitteilen.
Ich werde Geld verdienen und Elfenwald in die Realität bringen, koste es, was es wolle und dauere es, wie lange es immer dauern mag.

Vorübergehend wird es wohl in nächster Zeit eine Land-WG geben, zum Üben und Leben und Experimentieren.

Klingt nach Durchhalteparole? Nein. Ich balanciere auf dem Grat, einerseits zu wissen, daß Dinge „sich fügen“, daß alles mit allem verbunden ist, daß oft Dinge ganz einfach funktionieren, wenn ihre Zeit gekommen ist. Ich weiß, daß oft äußere Entwicklungen einen bestimmten inneren Entwicklungsstand voraussetzen. Aber ich weiß auch, daß das in Eso-Kreisen so verbreitete „Du mußt nur DICH entwickeln, nicht die Welt retten“ eine der gefährlichsten Halbwahrheiten auf dieser Erde ist. „NICHTS steht geschrieben, es sei denn, HIER“ (mit Fingerzeig auf den eigenen Kopf) – so sinngemäß Lawrence von Arabien zu einem seiner Kismet-gläubigen Freunde. MEIN Wille und MEINE Taten prägen die Welt – und nur ich kann sie tun. Und all die, die in selbsterlösender Nabelschau und „nicht wertend“ diesen Planeten sanftmütig und willensschwach Illuminaten, Bilderbergern und anderen Finsterlingen überlassen, werden nicht meine Gefährten sein auf diesem Weg.

Die Verführung der Nabelschau, der inneren Emigration, der Flucht in kleine heile Welten – sie ist groß und ich kenne sie nur allzu gut. Und sie ist genau das, was „die Dunkelmächte“ von uns wollen. Kritisches und veränderungsfähiges Potential lähmen und in der Quarantäne der Selbstzerfleischung oder Selbstbeweihräucherung (je nach Veranlagung), dem Driften in angenehmen Phantasiewelten ruhig stellen. Hättet Ihr gern.

Ein lieber Freund, mit dem ich wochenlang „Battlefield 2“ gezockt habe (*lach* – Ihr wundert Euch? na, da gibt es noch ein paar Dinge, die bei mir SCHEINBAR nicht passen…), hatte ständig das Musik-Video „Hasta Siempre, Commandante“ von Nathalie Cardone laufen. Erst habe ich gespöttelt, weil die gute Nathalie das alte Abschiedslied an Ché Guevara mit sehr viel MTV-tauglichen Bildern, Tanz-Rhythmen, AK47-Pathos und Wet-T-Shirt-Erotik garniert.

Dann habe ich hingehört. Und hingefühlt. Diese Frau hat mich erinnert. Ich bin kein linksromantischer Ché-Verehrer. Aber er hat mir – und vielen von uns – etwas zu sagen. „Chi ist gut, aber manchmal brauchen wir auch Ché“ – das an die Adresse der Eso-Passivisten. Habe mich wieder etwas beschäftigt mit jenem Mann und seiner Geschichte. Wir werden weitergehen, und nicht vergessen. Nicht ihn, nicht sein einstweiliges Ende, nicht, was sonst war und ist, nicht das, was zu tun ist.

Es gab noch mehr Erinnerungen in letzter Zeit. Ralph Fiennes, mit dem mich etwas Merkwürdiges verbindet. Seine Filme hatten immer massiv mit mir und meinen Themen zu tun, mal mit Vergangenem, mal mit dem, was noch kommen wird. Und ich sah sie immer zur rechten Zeit. „Strange Days“, „The English Patient“, „Onegin“, in gewisser Weise auch der problematische Holocaust-Kommerzschinken „Schindlers Liste“.
Nun stolperte ich über „Der ewige Gärtner“. Sehenswert. Und fordernd – raus aus unseren Rosengärten…

Überhaupt ist (wir entwickeln uns ja zumeist in Spiralen, immer mal wieder auf höherer Ebene an gleichen oder ähnlichen Stellen vorbeikommend) gerade mal wieder eine Zeit, in der alte Verstrickungen positiver wie negativer Art hochkochen, alte Verbindungen zutage treten. Und alte Wunden neu aufbrechen, mit der Chance, irgendwann einmal wirklich zu heilen.

Eine wunderbare Musikerin war es, die mich in dieser Hinsicht gleich doppelt traf: mit ihrer Stimme und ihrer Harfe (die ich beide wieder-erkannte aus längst vergangener Zeit), und dadurch, daß sie mich herzverkrampfend in ihrem Äußeren und in ihrer Gebärdensprache an eine Frau erinnerte, die entscheidend war in meinem jetzigen Leben. Erinnern, weinen, verstehen, freigeben, weitergehen.

Zwei Schritte vor, manchmal auch einen oder drei wieder zurück. Manchmal innehalten und sich umsehen.
Aber nie aufgeben.

Nun, liebe Freunde und liebe Gegner in diesem lustigen planetaren Schachspiel – das war erstmal wieder ein „Ping“ von mir. Es gibt mich noch, und das wird in nächster Zeit auch wieder deutlicher werden. Gehabet Euch wohl und bleibt aufrecht!

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