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Huch? Nanu? Was ist denn mit Elvish Rantings los? Macht der Hoffmann neuerdings Pharmawerbung hier? Nein, keine Angst.

Meine Haltung gegenüber Schulmedizin, Plazebolieferanten und Menschheitsvergiftern hat sich nicht verändert. Und wie immer bei Trigami-Rezensionen nutze ich meine redaktionelle Freiheit, um deutliche Worte sowohl zu technischen Mängeln, inhaltlichen Unzulänglichkeiten und ideologischen Fragwürdigkeiten der jeweiligen Anbieter unterzubringen – und nur dann positiv zu schreiben, wenn es Positives zu schreiben gibt.

Wer bezahlten Lobhudeljournalismus lesen will, muß die üblichen „Fach“zeitschriften kaufen, da ist gekaufte Schleichwerbung an der Tagesordnung.

MedPreis.de

Ich finde aber einen Trend in unserem perversen Krankheitsunwesen sehr interessant und lobenswert – und das hat mich bewogen, hier eine kleine Serie mit Rezensionen zu Medizin-orientierten Online-Angeboten zu starten, deren erste sich dem Online-Apothekenpreisvergleich MedPreis.de widmet. Die weiteren Artikel in loser Folge in den nächsten Wochen – vorbehaltlich der Annahme durch die anderen Anbieter, deren Zusagen stehen noch aus, nicht jeder kann mit Schulmedizin-Kritik umgehen… *lach*

Aber zurück zum Thema. Was ist denn bitte positiv an den Entwicklungen im sogenannten Gesundheitswesen dieser maroden Republik?

Nicht viel, zugegebenermaßen. Ich rede von einem eher unfreiwilligen Trend, der aber wenigstens halbherzig vom Gesetzgeber unterstützt wurde, als 2004 die Preisbindung zunächst für nicht-verschreibungspflichtige Medikamente fiel…

Das alte Szenario war: Mensch geht mit wirklichen oder eingebildeten „Krankheiten“ zum Arzt. Der Gott in Weiß weiß, was gut ist für Mensch. Zumindest tut er halbwegs überzeugend so. Er stellt eine mehr oder minder (nach aktueller Statistik in gut 25% der Fälle eher minder) zutreffende schulmedizinische Diagnose, und verschreibt ein oder möglichst mehrere dazu passende Medikamente.

Ganz so wichtig ist das ja bekanntlich nicht – bis zu 70% aller medizinischen Erfolge beruhen auf Placeboeffekten und Überzeugungsleistung des Arztes mit nachfolgender „Selbstheilung“ des Patienten (Ergebnis zahlreicher klassischer klinischer Studien, die allerdings nicht unnötig an die große Glocke gehängt werden… diese Aussage gilt interessanterweise übrigens sogar für manche Operationen).

Daher kann man dann auch ruhig Medikamente von dem Unternehmen verschreiben, dessen freundlicher Pharmavertreter beim letzten Besuch die lohnendsten Werbegeschenke dagelassen hat. Wobei die sich meist erst auf Chefarzt-Ebene so richtig lohnen – da dafür in vielen Krankenhäusern so, daß eigentlich die Korruptionsermittler tätig werden müßten.

Nun geht Mensch mit Rezept zu Apotheke um die Ecke, und der Apotheker dort rückt die Drogen raus und kassiert einen ordentlichen Listenpreis dafür.

Mitbestimmung des Patienten: Null. Das Einzige, was ihm überlassen wird, ist, ob er sich dazu durchringt, trotz der Medikamente gesund zu werden.

Dieses Schema der Bevormundung bricht – sehr zum Mißvergnügen der Mediziner alter Schule und der Pharmabranche – immer mehr auf.

Langsam spricht sich herum, daß die übliche Medikamentierung allenfalls eine Symptombekämpfung darstellt, aber keine „Heilung“ bewirkt. Daß ergänzende Maßnahmen (von Psychotherapie bis Akupunktur oder – am besten – bewußte Arbeit an sich und seinen Lebensproblemen) notwendig sind – und der beste Arzt der ist, der nicht lehrbuch- und pharmakataloggemäß bunte Pillen aufdrückt, sondern sich seiner Limitierungen bewußt ist, andere Techniken und ggf. andere Dienstleister mit einbezieht, und vor allem den Patienten als Klienten begreift, und sich selbst als Dienstleister.

Dazu gehört auch, daß Kunde Patient die Wahl hat. Wenn ich schon zu einem Arzt gehe, dann erwarte ich, daß mich dieser Mensch ernst nimmt, mir erklärt, was seiner Meinung nach Sache ist, was und warum ich seiner Meinung nach tun / einnehmen soll, und was mich das kosten wird. Unabhängig davon, ob ich nun krankenversichert bin – oder unversicherter Selbstzahler (so wie ich, was ich jedem nur empfehlen kann). Von der Autowerkstatt holt man sich schließlich auch erstmal einen Kostenvoranschlag.

Und wenn das, was ich zu hören bekomme, suspekt ist oder der Herr frisch niedergelassene Mediziner meint, keine Zeit für Patientengespräche zu haben, weil er pro Patient nur 18 Minuten hat, denn sonst geht die Kalkulation für das teure Praxis-Equipment und den geleasten Porsche Cayenne nicht auf – na, dann gehe ich wieder. Und in jedem Fall hole ich mir eine zweite Meinung. Oder eine dritte. Oder schaue im Netz, wo es einen offenen und denkfähigen Mediziner gibt, dessen Qualifikation über Multiple-Choice-Tests und das Eintragen eines möglichst hohen Multiplikators auf dem Abrechnungsformular hinausgeht.

Und dann, wenn mir das Rezept vorliegt, möchte ich gerne ebenfalls die Wahl haben, wo und zu welchem Preis ich was einkaufe.

Letzteres wird vom lobbydienlichen Gesetzgeber noch nicht erlaubt. Verschreibungspflichtige Medikamente sind immer noch preisgebunden, also kann man in den meisten Fällen auch zum Apotheker um die Ecke gehen.

Aber zumindest bei Hustensaft und Pflasterstreifen und allem sonst, was ohne Rezept erhältlich ist, sind die Zeiten des Krankheitskartells vorbei.

Demnächst kommen solche Produkte teilweise sogar verstärkt in die Regale von Drogeriemärkten – und das dürfte auch mit ein Grund sein, warum Online-Apotheken und Preisvergleichsportale, die im medizinischen Bereich aktiv sind, aktuell ein wenig an ihrer Publicity arbeiten.

In diesem Zusammenhang ist sicher die Flut von medizinisch orientierten Rezensionsangeboten zu erklären, die bei Trigami im Moment aufschlägt.

Ich finde das gut – denn mein Körper und mein Energiefeld sind meine Sache, dafür die Verantwortung an Ärzte und Apotheker und Kliniken abzugeben, halte ich für fatal, und je mehr Transparenz, Vergleichsmöglichkeit, echter „Wettbewerb“ („Wer heilt, hat Recht„) und Diskurs da im Netz ablaufen, desto besser.

Und so kommen wir nach umfänglicher Vorrede, die bei diesem Thema aber dringend nötig war, zum eigentlichen Anlaß dieses Artikels:

Der Apotheken-Preisvergleich von MedPreis.de

Die Preisvergleichs-Plattform ist schick und slick und gut gemacht, aktuelle Webtechniken werden (gekonnt) eingesetzt, die Seite ist übersichtlich und klar zu bedienen, die Farben freundlich und mit „medizinischer“ Anmutung, die Verkaufspsychologie paßt ebenfalls, mit einem kleinen Lapsus: die Kompetenz suggerierende gestylte Frau mit umgehängtem Stethoskop, die wohl eine Ärztin darstellen soll, stellt verschränkte Arme zur Schau – nicht das einladendste Signal der menschlichen Körpersprache… ;-)

Medpreis.de - der Online-Vergleich für Medikamentenpreise

Gut und glatt – die Plattform von MedPreis.de

 

Der Preisvergleich greift auf eine umfassende und aktuelle Datenbank von Online-Apotheken (über 100 Versandapotheken, gut 300.000 Produkte) zu – und findet zum Teil wirklich beachtliche Unterschiede.

Praktisch und realitätsnah ist v.a. die Funktion, erst einmal alle benötigten Produkte in seinen Warenkorb zu packen und zum Schluß medpreis.de diejenige Apotheke aussuchen zu lassen, die – unter Berücksichtigung aller Produkte UND der Versandkosten – das Gesamtpaket am preiswertesten liefern kann und will. Das ist etwas, was selbst etablierten Preisvergleichen in anderen Bereichen noch fehlt.

Anderes ist guter Standard, wie die Möglichkeit, sich per „Preisalarm“ bei Preissenkungen für einen regelmäßig benötigten Artikel benachrichtigen zu lassen.

Fast schon unverzichtbar und folglich auch vorhanden ist das passende Blog zur Plattform: auf http://www.medpreis.de/blog gibt es regelmäßig sowohl technische Infos zur Plattform, eine Presseschau (allerdings vorzugsweise mit Eigenwerbung… ;-) ), und den einen oder anderen Hintergrundartikel. Mehr von letzterem, dann wird das Blog auch richtig spannend!

Für den Austausch gibt es ein Forum – dort ist noch nicht die Hölle los, aber das wird schon noch, die Plattform ist ja noch relativ jung. Jedenfalls gut und sinnvoll – und ein Risiko, das nicht alle Anbieter gerne eingehen. Denn ein Forum liefert einem meist auch unmittelbare und ungeschminkte (und manchmal auch böswillige) Kritik seitens der Besucher. Insofern: mutig und gut.

Aber natürlich gibt es auch ein paar Kritikpunkte am Angebot von MedPreis.de – ein Punkt ist mir dabei als besonders unlogisch und störend aufgestoßen:

Im Prinzip finde ich es gut, daß es neben der Suchfunktion nach konkreten Medikamenten oder anderen Produkten auch einen Themenbaum gibt, wo man z.B. sich Produkte zum Thema Magenprobleme anzeigen lassen kann.

Nur: was mir dann angezeigt wird, hat absolut NULL Informationswert, abgesehen vom Preis.

Denn die Angaben zu den einzelnen Produkten enthalten nicht mehr als die offizielle Bezeichnung, in manchen Fällen noch Wirkstoffangaben, zur Not kann man auch noch herauslesen, wie groß die Verpackungseinheit ist und ob es Tropfen oder Pillen sind – aber das war’s dann auch.

Wer nicht weiß, was er will, hat hier keine Möglichkeit, sich z.B. online den Beipackzettel durchzulesen oder sonstige Hintergrundinformationen zu Indikationen, Nebenwirkungen, etc.pp. zu bekommen, um sich ein passendes Mittelchen zur Selbstmedikation herauszupicken.

Also entweder ich weiß ohnehin, was ich suche – dann brauche ich den Themenbaum nicht. Oder ich brauche was für meine Magenbeschwerden (die ich glücklicherweise schon lange nicht mehr habe, außer wenn ich zu viel fresse… *lach*) – dann finde ich keine Informationen, sondern mir werden die „Top-Produkte“ für Magenprobleme offeriert, aber ohne jegliche Erklärungen. „Das hier ist bestimmt gut für Dich“ – da kann ich auch zum Arzt gehen…

Ich fände es generell sehr angenehm, wenn statt einem reinen Preisvergleich auch gleich sinnvolle und informationshaltige Angaben zum jeweiligen Produkt zur Verfügung stünden – aktuell hat man teilweise schon Probleme, ein wasserfestes Pflaster zweifelsfrei als solches zu identifizieren, wenn man die Produktnummer und den Hersteller nicht kennt…

Ein weiterer Kritikpunkt war leider vorhersehbar in dieser Branche: bei den Themenempfehlungen ist sehr deutlich, was man nehmen soll…

Egal ob man im Themenbaum nun „Magen“, „Augen“, „Schnupfen“ oder sonst irgendwas anklickt: die suggestiv mit Bild präsentierten Produkte stammen immer von den üblichen Verdächtigen, ich habe kein einziges alternatives oder „natürliches“ Präparat unter diesen auffällig präsentierten Produkten entdecken können. Zufall?

Nur Schulmedizin-Produkte??

Die besten Preise vielleicht – aber ob das die besten Produkte sind??

Auch Zufall, daß im Themenbaum Punkte wie „Alternativmedizin“ oder „Natürliche Hausmittel“ fehlen?

Calendulasalbe oder Schwedenbitter oder Weleda-Produkte findet man jedenfalls nur über die Suchfunktion.

Stichwort Suchfunktion: eine schicke Web 2.0-Live-Suche haben die Macher da eingebaut, die einem schon während dem Eingeben mögliche Treffer anzeigt.

Volltextsuche mit Schwächen

Die Volltext-Suche hat noch so ihre Schwächen

 

Eine kleine Schwäche hat sie leider auch (noch): Volltextsuche nach den Begriffen, die ICH bitteschön gerne finden würde, scheint nicht möglich zu sein oder nicht richtig zu funktionieren. So sind z.B. sehr wohl Zahncremes von Weleda in der Datenbank, aber wenn ich die Suche „zwinge“, statt der Live-Suche nach „Weleda Zahncreme“ zu suchen, findet sie – nichts. Auch eine Suche nach „Treben“ oder „Maria Treben“ verläuft ergebnislos, obwohl sich mehrere Schwedenbitter-Tinkturen und -Mischungen in der Datenbank befinden und da sicher irgendwo in den Beschreibungen die gute alte Madame Treben auftaucht… also noch a bisserl an der Suchfunktion feilen, bitte.

Grenzwertig finde ich den Einsatz von Google-Werbung in diesem Umfeld. Man kann es natürlich so deuten, daß dieser kostenlose Dienst ganz idealistisch nichts an den vermittelten Umsätzen der Apotheken verdient (ähm, unwahrscheinlich ;-) ) und sich lieber über Werbung finanziert. Auf die meisten Besucher wird es aber eher einen leicht „unseriösen“ Eindruck machen, daß ein Preisvergleich (der ja per se schon Werbung ist) noch zusätzlich Google-Ads plaziert.

Fazit:

Natürlich kann man lange streiten, ob Preisevergleichen bei medizinischen Produkten „gut“ ist, und der Online-Kauf empfehlenswert.

Ich denke, ja.

Er setzt natürlich einen „mündigen“ Menschen voraus, der die Verantwortung für den Zusammenhalt und das Zusammenwirken seines Körpers und seiner Seele übernommen hat – und selbst entscheidet, was da gut und richtig für ihn ist.

Wer keine Ahnung hat, im Fernsehen gesehen hat, daß das unsägliche „Medikament“ mit „A“ für alles gut ist und gegen Kopfschmerzen und Halsweh und Grippe und alle sonstigen Übel dieser Welt hilft – und es dann schachtelweise nach dem Motto „viel hilft viel“ futtert – Problem. Großes Problem. Im schlimmsten Fall vorzeitiges Ableben via innerer Blutungen oder Schäden für das Kind, falls man schwanger ist…

Aber solche Menschen haben auch ein Problem im klassischen System – denn auch da gibt es nur wenige Apotheker, die wissend und fair genug sind (und ihre Kunden überhaupt noch kennen..), und spätestens nach der dritten Schachtel Aspirin oder ASS-Doppelzwilling den Stammkunden fragen, ob er sich über die Nebenwirkungen dieses Zeugs im Klaren ist, wofür er es überhaupt nimmt, und ob er bei ständigen Schmerzen nicht doch mal lieber zum Doc gehen will, statt Unmengen mäßig sinnvollen Zeugs in sich hineinzufuttern…

Bei anderen Dingen wie medizinischer Zahncreme, Pflastern, Desinfektionsmittel und sonstigem, was man so in der Hausapotheke hat, ist der Fall klar: wenn irgendwo günstiger bestellt werden kann – why not? Keine Probleme in Sicht.

Dabei helfen dann Dienste wie MedPreis.de , im Krankheitsmarkt den Überblick zu wahren und den einen oder anderen Euro einzusparen.

Im Zuge des „Patienten-Empowerments“ sehr sinnvoll, finde ich.

Schön fände ich es aber, wenn sich solche Plattformen nicht nur zu reinen Preisvermittlern mit Schwerpunkt Werbung für die klassische Pharmaindustrie degradieren würden, sondern ein wenig mithelfen würden, den Trend zu mehr SelbstHEILUNG und einem bewußteren Umgang der Menschen mit ihrer Hülle zu stärken und z.B. gezielt auf „sanftere“ und natürlichere Produkte hinzuweisen und das Angebot durch Links zu entsprechenden alternativmedizinischen Foren, Ärztedatenbanken; Heiler- und Ärztebewertungsportalen etc. zu ergänzen.

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