Schöne Ergänzung zu dem, was ich neulich über die Musikindustrie (und die peinliche „Spiegel“-PR für sie) schrieb:

Man „vergißt“ gerne in der öffentlichen Diskussion und in den Medien, daß neben Musikindustrie und widerborstigem Konsumentenvieh auch noch die Künstler selbst im Spiel sind. Denn nicht alle sind geklonte Sample-Automaten.

Und eine wachsende Zahl der Musiker hat die Faxen mit der Musikmafia selbst mindestens so dicke wie ihre Fans. Nicht nur massenhaft kleine Indie-Gruppen, die kein Schwein kennt. Trent Reznor (Nine Inch Nails, übrigens eh ganz interessanter Typ, wenn auch grauslige Musik… ;-) ) hat ja schon verschiedentlich öffentlich dazu aufgefordert, angesichts der unverschämten CD-Preise seine Musik zu „stehlen“.

Und hat vor ein paar Tagen endgültig den Schlußstrich gezogen: künftig seien Nine Inch Nails „freie Agenten“ und würden den Vertrieb direkt mit ihren Fans regeln. Recht so. „Vertrieb“ heißt dabei übrigens auch, daß Downloadversionen der Songs kostenlos gezogen werden dürfen – ganz legal und ohne Gezeter. Und an Vinyl und CDs/DVDs verdienen die Jungs immer noch genug. Ohne Streß, und ohne Gebühren für die Musikzuhälter oder die Anti-Filesharing-Stasi.

Und Radiohead, auch nicht ganz unbekannt? Ihr neues Album kann man im Shop wahlweise physisch und auch als Download-Version kaufen. Der Preis für die Download-Variante: wird vom Kunden festgelegt. Und auch eine Null wird akzeptiert. Daß solche fairen Ansätze von den Konsumenten gewürdigt werden, zeigt die Statistik: nur rund ein Drittel der Downloader habe bislang gar nichts gezahlt.

Nur zwei prominente Beispiele von vielen. Es geht offensichtlich auch anders.

Die eher durchsichtigen Manöver der MI, die mit einer Schein-Flatrate ein bißchen Apple und iTunes ärgern will, werden dagegen eher im Sande verlaufen – weil keiner diesen Vereinen mehr traut.

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