8. Nov 2008
War gerade mal wieder auf russiatoday, das ich als Gegenpropaganda-Gift zum hiesigen Mainstream regelmäßig lese (interessant z.B. die Aussagen zum Vietnam-Heldenepos des Mr. McCain…).
Dabei stolperte ich über etwas, was mir bislang dort entgangen war – Wölfe. ;-)
Niedliche Videos und nachdenkliche Texte (nee, kein Russisch, der Dienst ist englischsprachig).
“It’s a cute, caring, social animal that loves wild strawberries and is afraid of living in the woods.”
Tja – weder sind die Schafe immer so nett, wie man denkt, noch die Wölfe immer so “böse”. Auch bei uns sitzen die Schadbären ja eher in der Regierung als im Wald, nur die im Wald werden tragischerweise häufiger erschossen… Aber lassen wir heute die Politik.
Gehstu guggen Wölfchen. ;-)
Bald gibts sogar Live-Video-Feeds aus den Wäldern dort. Und schon jetzt eine Galerie mit netten Wolfsbildern für den Desktop-Hintergrund (bei Power-Usern auch gerne “Bildschirmschoner” genannt… *duckundwechrenn*)
Und hier noch’n Wolfsbuch, wunderschön, wenn auch nicht ganz billig (schon mal für den “Weihnachts”-Unfug auf Lager legen… ;-) ): “Bruder Wolf”

5. Nov 2008
Merkwürdiges Gefühl heute morgen. Leere. Müdigkeit. Und gar kein gutes Gefühl.
Dabei sind meine Befindlichkeiten in solch historischer Stunde doch sowas von irrelevant.
Dabei haben die USA doch nun “Geschichte geschrieben”, haben den ersten halb-weißen Präsidenten auf den Schild gehoben, und die ganze Welt steht bis zum Halskragen unter Hoffnungs-, Glücks- und sonstigen Hormonen, so wie das tittenhüpfende “Obama Girl” (mäh, zu der Tusse verlink ich nich, selber auf YouTube suchen…)
Meistens führt ein solcher Hormon-Level zu ungewollten Schwangerschaften, Oral Office, gebrochenen Herzen, zu neuen Religionen, Denkverlust, Führer-Kulten und anderem Schwachsinn. Und zu Leid und Leichen.
Ich hatte mir gestern abend vorgenommen, den Mund zu halten, mir die Kassandra-Nummer zu verkneifen, einfach “mal das Beste zu hoffen”. Schlimmer kanns ja auch kaum noch kommen (doch, kann es natürlich, aber mag man ja auch nicht immer drüber nachdenken…), und so hoffen wir wenigstens auf ein wenig Linderung des Irrsinns.
Aber mal ganz abgesehen von dem intellekt-geborenen (Halb-)Wissen, wer diesen Newcomer hochgeschossen hat, und daß sich diese durchseuchte Welt selbst von einem tatsächlich sauberen Strahlemann an der Spitze der USA nicht so ohne weiteres umkrempeln ließe – ich kriege emotional / eso-spiri-antennenmäßig und auch sonst kein klares Signal rein, was diesen Menschen angeht. Eigentlich überhaupt kein Signal. Und das stört mich.
Das erinnert mich an eine Spezies Mensch, die man besonders im Geschäftsalltag öfter mal trifft: die Neutralriecher. Olfaktorische Nichtexistenzen. Riechen nicht nach Mensch, riechen nicht nach Parfum.
Sauber polierte Masken, Projektionsflächen. Vermutlich nichtirdischen Ursprungs. BORG, oder so… ;-)
“Wer ist Barack Obama?” – das fragte McCain mal während des Wahlkampfs. Er meinte es natürlich abwertend. Ich meine es ernst. Wir werden diese Frage noch öfter stellen. “Wer – bist – Du??” Wir werden es herausfinden, so oder so. Draußen ist Nebel.
Und die Karrikaturisten tragen Trauer.
4. Nov 2008
Heute wählen die USA. Auch wenn großes Bohei veranstaltet wird: es geht um eine eher symbolische Entscheidung. McCain, Obama? Klar, der erste schwarze Präsident wäre eine nette Geste. Ob Mr. Cool Obama dann tatsächlich Veränderung schaffen kann (und ob er es ernsthaft vorhat) wird bezweifelt – in etwas wacheren US Politforen ist von der messianischen Heilserwartung wenig zu spüren. Dort werden beide Präsidentschaftskandidaten freundlich und sachlich richtig als “conmen” bezeichnet. Denn im Gegensatz zu z.B. einem Ron Paul, dem man seine Ideen einigermaßen abkauft, stellt keiner von ihnen eine wirkliche Alternative zum bisherigen Blut- und Ölweg dar, und ihre Verbandelung mit den einschlägigen Zirkelchen, Organisationen und Strippenziehern ist im Vorfeld ja bereits genügend aufgedröselt worden.
Mir ist es also herzlich wurscht, wie die (übrigens anscheinend bereits wieder kräftig manipulierten – selbst OECD-Wahlbeobachtern wurde vorgeschrieben, welches Wahllokal sie besuchen durften…) Wahlen zur US Präsidentschaft ausgehen.
Aber parallel gibt es Wahlen auf dem nordamerikanischen Kontinent, die interessant sind.
Eigentlich finden sie nicht in den USA statt, sondern in der Republic of Lakotah – aber einstweilen gehören die ja noch zu den von den USA anstandswidrig okkupierten Regionen dieser Welt. Dort entscheidet sich heute, ob die dortigen Reservate weiter von US-hörigen Schein-Indianer-Regierungen verwaltet werden – oder ob sich der führende Kopf hinter der Republic of Lakotah auch in einem kontrollierten Fake-Wahl-Szenario zum Vertreter seiner Leute “legitimieren” lassen kann. Hat er zwar an sich nicht nötig – würde aber nicht schaden.
Und wäre ein kleines weiteres Schrittchen in der Geburtsgeschichte des ersten vielleicht wirklich freien Landes dieser Welt…
Wahlnachrichten und Ergebnisse auf russelmeansfreedom.com oder im Livestream bei kiliradio
Russel Means hat übrigens durchaus ein Interesse daran, daß Obama Präsident wird und die USA sich nicht länger als “Arschloch des Universums” (US-Komikerin Sarah Silverman) fühlen müssen. Ob Obama allerdings bei aller bürgerrechtlichen MLK-Nostalgie auch den eigentlichen “Negern” der USA, den Indianern, mehr Recht zugestehen wird? Ein bißchen? Klein wenig? Einen Happen ihres eigenen Landes, um dort in Freiheit zu leben? Werden sehen. Das Video ist jedenfalls nett.
4. Nov 2008
Ja, wenn die Welt die Wahl hätte. Hat sie natürlich nicht. Weder können wir mitbestimmen, wer die nächste oberste US-Handpuppe wird. Noch hat es besonders viel Bedeutung.
Ein Bild aus diesem Wahlkampf hat es für mich sehr schön auf den Punkt gebracht. Leider finde ich es nicht mehr – vielleicht wurde es von unseren freien Medien wegen des Symbolgehalts dezent wieder entsorgt, vielleicht bin ich aber auch nur zu unfähig, es auf SPON etc. wiederzufinden. Es zeigte Obama und McCain, die wenn ich mich recht erinnere gerade eines ihrer Fernseh-”Duelle” verlassen. In diesem Wahlkampf gab es ja (glücklicherweise, sonst wäre es völlig unerträglich) auch einiges an Geblödel und Geflaxe und sogar ein bißchen Selbstironie. So auch in dieser Szene. Mc Cain geht hinter Obama, seine Pose, die herausgestreckte Zunge, sein Gesichtsausdruck sind irgendwo zwischen Lausbub und Kinderschänder angesiedelt, und seine Hände krallen in die Luft, er tut so, als wolle er den vor im laufenden Obama am Arsche packen. “I am right on your ass”, oder so.
Perfektes Bild. Denn wer auch immer in den US-of-A nun “gewählt” wird, – sein Arsch gehört den bösen alten Männern im Lande, und die werden sich wie bisher auch von hinten bedienen. Und sollte tatsächlich McCain seine Ideen von einer Zerschlagung/Reform der CIA umsetzen wollen, oder Obama irgendwelche ernsthaften “Change”-Anwandlungen auch noch nach der Wahl verspüren, wird man ihnen den Arsch wegblasen, oder auch den Kopf.
Aber eigentlich wollte ich auf eine interessante Seite aufmerksam machen:
Dort kann jeder abstimmen, das Ergebnis wird nach Ländern aufgeschlüsselt dargestellt. Sicher nicht hochpräzise und gegen jegliche Manipulation gefeit, aber trotzdem aufschlußreich, welche Nationen welchem Kandidaten und welchem rechten Flügel des Einparteiensystems zuneigen…
Gucken und ggf. selbst abstimmen. Ich habe übrigens für Obama/Biden gestimmt, in diesem Fall bin ich Teil einer massiv überwältigenden weltweiten Mehrheit. Nicht etwa, weil ich von der messianischen Obamania befallen wäre – mir ist der Knabe fishy. Aber es dürfte die interessantere Vorstellung werden in den nächsten Jahren. Auch und vor allem wegen Joe Biden, der nach meiner Einschätzung ein “würdiger” Nachfolger für Dick Cheney werden dürfte… Es kommt noch einiges auf uns zu.

Seit kurzem rauche ich wieder. Pfeife. Habe ich vor über zwanzig Jahren im Internat angefangen. Zwischendurch einige Jahre wenig Lust, Muße und Geld für guten Tabak gehabt. Aber jetzt wieder Lust bekommen.
Und da ich nach dem Erwerb einiger Päckchen Tabak (inkl. satter Subventionierung der bankrotten Bankenrepublik D) erstmal den fetten schwarzen Filzstift zücken mußte, um diese hanebüchenen Todesbotschaften zu übermalen, muß ich doch mal eine kleine Polemik zum Anti-Rauch-Extremistentum absondern.
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