Ich hatte es in den Kurzupdates schon angedeutet: eine der Fragen, die teils bewußt, teils unterschwellig mich seit etlichen Jahren begleitet, hat sich sehr spontan und gründlich in den letzten Tagen gelöst.

Und damit ist ein großes Stück emotionaler und planerischer Unklarheit aus meinem Leben geglitten. Einfach so. In einer ulkigen Kette kleiner „Zufälle“, die mich in eine Situation brachten, wo mein Gefühl ohne die aufgesetzten Verantwortlichkeiten des Kopfes entscheiden durfte.

Gehen wir. Deitschlande habbe fertitsch.

Warum? Wohin? Was wie???? …Vor langen Jahren, in einer ersten, schmerzvoll-heilsamen Krise mit Anfang/Mitte Zwanzig, hatte ich erstmals sehr deutliche Ideen von einem anderen Leben. Auswandern, Natur, weitgehende Selbstversorgung, alternative Hochtechnologie, Individualcoaching für gestreßte Zivilisationsmenschen in den Wäldern, etc.pp.

Und wie es sich für einen alten Outdoorer und Nordland-Freak gehörte, war das Ziel der Träume Kanada. Daraus wurde nichts, aus diversen Gründen. War noch nicht soweit.

Stattdessen habe ich mich damals dann für einige Jahre „ins System“ begeben, habe „Karriere“ in der IT-/Internet-Branche gemacht, war einige Jahre recht gut dabei als Unternehmensberater und in Jobs, auf deren Visitenkarten der Wortbestandteil „…manager“ eine Rolle spielte.

Im Rückblick Kinderkram, aber es war für mich nötig, lustig und heilsam, außerdem waren es ein paar ordentlich fette Jahre, wo ich mich in Sachen „gutes Leben“, wie man es sich innnerhalb unseres merkwürdigen Wertesystems vorstellt, ausprobieren konnte und (mehr, als mir lieb war) Einblick in die Innereien unseres Wirtschaftssystems bekam.
War nicht mein Weg, hat sich daher auch wieder erledigt.
War aber wichtig.

Nachdem ich davon wieder geheilt war, gab es neue Wege – durchaus extreme. Während meiner Landstreicher-Zeit hatte ich den Kopf frei wie nie. Alte Ideen tauchten wieder auf, mischten sich mit neuen und neuen Erkenntnissen – und in meinem Kopf formierte sich ziemlich plötzlich das Elfenwald-Projekt. Dabei war relativ schnell klar, was ich im Rahmen dieses Projektes umsetzen, leben, ausprobieren und in die Welt ausstrahlen will.

Weniger klar war das „wo“ und „wie“.

Dieser innere Zwist hat mich die letzten Jahre begleitet, obwohl er mir oft gar nicht bewußt war: in Deutschland etwas bewegen – oder gehen?

Ich bin in „Mitteleuropa“ inkarniert. Vermutlich hatte ich Gründe dafür, hier zu „landen“.

Meine Wurzeln – genetisch wie kulturell – liegen in Frankreich, Ostpreußen, der „BRD“. Meine spirituelle Identität ist, nachdem ich die Jahrtausende-alte klebrige Christen-Tünche abgebeizt hatte, sehr individuell, aber am ehesten in keltischen Traditionen verwurzelt, mit einem gehörigen Schuß griechisch-römischer Intellektualität (womit ich nicht das Rom der Pfaffen meine) und den ernsthafteren Arbeitshypothesen aus den spirituellen Bewegungen unserer Zeit.

Zumindest meine Sprache und die literarische Tradition des deutschsprachigen Raumes liebe ich sogar regelrecht. Auch manches andere – z.B. die Musik, die „wir“ in Europa und speziell Deutschland im 17.-19. Jahrhundert so hervorgebracht haben.

Und rauschende Eichen und Birken sind mir auch vertrauter als Dattelpalmen…

In gewisser Weise gehöre ich also „hier her“.

Und dementsprechend schmerzt es mich auch immer noch, zu sehen, was im Deutschland der Merkels und Mohns, der Bertelsmann-Stiftler und Bilderberger, der „Gesellschafter“ und INSM-Drohnen so abläuft.

Aber mir ist immer klarer geworden: das ist nicht mehr mein Krieg, nicht mehr mein Job.

Ein Teil von mir hat sich aber immer noch mit einer (Schein-)Verantwortlickeit gequält und blockiert. Darf man denn wirklich die Verbrecher und die Irren, das „Eliten“-Gesindel und die (oft auch nicht viel sympathischere) Herden-Masse einfach sich selbst überlassen? Darf man unwidersprochen zulassen, daß die Sprache von manipulativ-verlogenem Neusprech („Leistungsträger“) überwuchert wird und die Hirne mit diesem Hypno-Mist immer mehr verkrautet werden? Zaun drum und tschüß?

Muß man nicht „etwas tun“?

Darf man angesichts fröhlicher Kriegstreiberei und lukrativer Kriegsführung, angesichts der immer mehr fallenden Maske der Scheindemokratien einfach gehen, gerade, wenn man einer von denen ist, die vielleicht auch nicht alles durchschauen, aber doch die grundlegenden Mechanismen und Widerwärtigkeiten?

Kann man? Darf man?

Man kann. Und ich darf.

Ich habe meinen Hintern früher genug auf Scheiterhaufen gewärmt, in diesem Leben und in früheren. Brauche ich nicht mehr. Ich habe das, was ich in einem früheren Eintrag mal über die Entwicklung vom „kämpfenden Widerstand“ hin zum „sich-abwendenden Widerstand“ schrieb, mittlerweile etwas besser durchfühlt und verinnerlicht.

Ich habe kein Bedürfnis mehr, als „revolutionäre Avantgarde“ mich auf die Barrikaden zu schwingen (weder verbal noch körperlich) und die größtenteils noch immer vollverblödet und halbwegs satt vor sich hinfurzenden Pppürger mitzureißen. Bin ich nich Charismatiker genug für, habbich nich mehr genug Geltungsbedürfnis für.

Was würde auch dabei herauskommen? Ich sehe zu wenig wirkliche Alternativen, die man in überfüllten Nationalstaaten (und gehemmt durch über die letzten paarhundert Jahre gründlich verfilzte Strukturen) an die Stelle unserer verlogenen Scheindemokratien setzen könnte… Außerdem müßte man viel Blut vergießen, bevor Raum wäre für Neues. Sehr viel. Ohne „Säuberungen“ geradezu stalinistischen Ausmaßes wäre die BRD kaum zu „reformieren“.

Nää. Wollen wa auch nich. Das Gemetzel is nix mehr für Freunde von Licht und Liebe.

Keine Ahnung, ob und wie sich all das in Europa regeln wird in den nächsten Jahren.

Die Erlösungsträumer warten auf 2012, die Machteliten arbeiten an der Ausweitung ihrer höchst lukrativen und inszenierten Schwelkriege, der gesellschaftliche Umbau geht in sehr merkwürdige Richtungen feste weiter, gleichzeitig etablieren sich auch ein paar nachdenklichere Ansätze.

Wohin es kippen wird – ob Europa in nächster Zeit mal wieder zum Schlachtfeld wird (die Apokalyptiker des christlamistischen US-Regimes fänden das aus verschiedenen Gründen ganz amüsant) oder sich in den Neu-Weimarer-Verhältnissen wieder eine unlustige Diktatur bräunlicher Färbung erheben wird – keine Ahnung, echt nicht. Mein Gefühl ist aber ein sehr ungutes. War es vor rund drei Jahren schon einmal, zwischendurch hatte sich das Ganze auf den energetischen Ebenen (jaja, Spiri-Kram, darfste überlesen, wenn Du nichts damit anfangen kannst…) etwas beruhigt, momentan braut es wieder.

Und mir ist nun mittlerweile klar, daß ich nicht mehr mitspiele im Sandkasten.
Bzw. in den Sandkasten mit den netten Kindern wechsele.

Mein Job ist es, einen von vielen kleinen positiven Impulsen zu setzen, eine kleine Licht-Insel zu schaffen. Ich habe nicht den messianischen Drang, die Menschheitsprobleme zu lösen. Kann – wenn überhaupt – vermutlich eh am besten über vernetzte, feldbildende kleine Lichtpunkte funktionieren.

Und das werde ich da tun, wo es möglich ist.

In Deutschland und im Machtbereich der politischen Resteverwertungsanlage in Brüssel reibt man sich nur unnötig auf.

Ich saß die letzten Tage so da und entwickelte Ideen für neue kommerzielle Aktivitäten (kann nämlich langsam auch wieder die Tür aufmachen für einen konstruktiven Geldfluß) – und dachte mir, je mehr ich mich wieder einlas in das, was bei „uns“ Gesetz und tägliche Praxis ist, nur: Nee. Punkt. Absurdes Zeug. So nicht. Unnötig, die Details noch einmal aufzulisten. Hat sich erledigt.

Natürlich: woanders ist meistens auch nicht das Paradies. Praktisch überall auf der Welt haben die Menschen es zugelassen, daß sich hirnrissige Gesellschaftsformen, Religionen, Wirtschaftssysteme und Macht-„Eliten“ ihrer bemächtigt haben.

Aber ich brauche nicht das „ideale Land“ um mich herum. Ich brauche nur ein Land, das einigermaßen erträglich ist. Und noch nicht ganz auf dem Trip ist, alles, was sinnvollerweise reguliert werden sollte (z.B. die abstrusen Kinderspielplätze Börse, Forex, Bankenwesen) frei wuchern zu lassen, dafür alles, was mit individueller Freiheit und Entwicklungsmöglickeiten zu tun hat (von Bildung über Berufswahl und Medizin bis hin zum Recht, es sich auf seinem eigenen Grund an einem Lagerfeuer mit den alten Kräften von Feuer und Erde gutgehen zu lassen und sich selbst zu versorgen) totzuregulieren und die Menschen auszupressen bis zum Gehtnichtmehr.

Es gibt nur wenige Länder auf diesem Planeten, die einigermaßen in dieses Profil fallen. Und die meisten davon haben entweder sehr mäßige klimatische Voraussetzungen, wenn man sich primär streßfrei von den Früchten der Permakultur im Garten ernähren möchte – oder sie haben hochgradig restriktive Einwanderungsbedingungen. Natürlich – für ein paar Millionen bekommt man fast überall einen (legalen) Paß. Aber einigermaßen unbürokratisch und ohne unrealistische Geldmengen kann man sich nur noch an wenigen Orten niederlassen.

Und es wird Zeit, bald, das Warten auf die sich vielleicht irgendwann ergebende 150%ige Ideallösung führt meist nur dazu, daß sich gar nix tut und man irgendwann resigniert ins Altersheim wechselt. Oder daß einem der nächste „Weltenbrand“ die Entscheidung abnimmt, was für meine Generation vermutlich eher kommen wird…

Einer dieser Orte, den ich bislang aus nur im Rückblick logischen Gründen ausgeblendet hatte, hat sich in den letzten Tagen durch eine Kette von „Zufällen“ bei mir gemeldet. Und die spontane, ungefilterte Reaktion meines Innersten darauf hat meine Gedanken und Gefühle klar werden lassen und damit mir den Weg frei gemacht: ich darf gehen. Und ich weiß nun auch, wohin.

Paraguay wartet.

Wer kommt mit?!

Warum ausgerechnet Paraguay, was dort auch alles nicht so toll ist, was dort so toll ist, ein paar letzte Marginalien zum Untergang des Abendlandes *lach*, ein konkretes Stück Land und allerlei mehr in den nächsten Wochen.

Das Tempo des Irrsinns in der Welt erhöht sich.
Das des Lichts ebenfalls.
Mal gucken, wer schneller ist… ;-)

Artikel in der Serie
“ Gehen wir: Elfenwald wandert nach Paraguay aus. „

  1. Klarheit: Gehen wir!
  2. Das Elfenwald-Projekt ist tot. Es lebe das Elfenwald-Leben…
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