Ich träume ja öfter, taglichtig und nächtlich gleichermaßen. Tagträume zeigen mir meist eine Welt, wie sie sein könnte, keimend u.a. aus wunderbaren kleinen Elfenwäldern. Eine schönere, bessere Welt, voll von Menschlichkeit, Naturnähe, hohem Wissen und tiefer Spiritualität, und viel Liebe, Lust und Wärme. Meine Nachtträume zeigen mir meist unsere Welt, wie sie ist und vermutlich sein wird. Hat eher Nostradamus-Charakter. Und dazwischen träume ich ganz normale Träume, die sich aus dem Unbewußten speisen, aus dem letzten Buch oder Film, aus dem Erlebnisreservoir meiner nicht mehr ganz taufrischen Seele…

Letzte Nacht träumte ich einen dieser Träume, und es war fürwahr ein Albtraum:
Ich hatte einen Job!

Schlimm, nicht? Ich war in einem Büro. Telephonierte mit „Partnern„, Business-Telephonate, Ihr wißt schon. Wenn ich mich recht erinnere, trug ich gar einen Anzug wie früher. Wir redeten über Marketing. Welches Produkt? Unwichtig, kam im Traum nicht vor. Ganz wie im richtigen Leben.

Es war lustig – ich träume ja meist „luzide“, weiß also im Traum, daß ich träume und kann meist auch den Verlauf eines Traumes mitbestimmen oder bewußt den Traum durch Aufwachen beenden. Und so saß ich da im Office und dachte mir: MOooMENT, gaaaaanz falscher Film, *gacker*. Zugleich war es aber auch der reine Horror.

Aufgewacht, war ich richtig glücklich, daß es nur ein Traum war.
Und mir wurde wieder einmal klar, wie sehr ich mich gewandelt habe über die Jahre, wie weit ich gegangen bin.

Ich bin dankbar und fröhlich, daß ich so leben kann, wie ich es tue. Noch nicht immer so, wie ich es will, aber doch immer mehr in Einklag mit meinem Weg.

Ich bin dankbar für die Umwege und Wege, die Menschen und Wesen und mich selbst, die mich dahin haben kommen lassen, wo ich heute bin. Die vielen kleinen Dinge, eine Mail oder ein Gästebucheintrag, ein Lächeln am Weg, materielle Unterstützung und Gastfreundschaft ohne Hintergedanken, Zuspruch und Schulterklopfen. Gezielte Arschtritte und vermeintliche „Schicksalsschläge“, die behilflich waren, vermurkste normale Bahnen zu verlassen, teils in hohem Bogen.
All die kleinen und großen Mosaiksteine, die sich langsam zusammengefügt haben zu dem, was ich als mich und meine Aufgabe betrachte. All die Dinge und Menschen, die mir zu verstehen gaben und geben: geh weiter.

Und die Wesen, die mir ihre Liebe schenkten und schenken.

Ich bin nicht immer behutsam mit mir selbst, anderen und unseren Gefühlen und Ressourcen umgegangen, und es gab einige Kollateralschäden bei meinen Lernprozessen. Aber ich vergesse sehr selten.

Ein lieber Gruß und Dank an die, die zurückblieben oder sich entschieden, andere Wege zu gehen.

Hach, mir ist grad ganz warm und rührselig zumut… ;-)
Also fühlt Euch einfach mal ganz unspezifisch alle (und ein paar von Euch ziemlich spezifisch) umarmt und gedrückt!

Deshalb habe ich auch gerade GAR keine Lust, mich noch zu „Operation Schwärmer“, den neuesten Absurditäten zur Vögelgrippe, dem Arbeitsmarktgefasel gestern bei Studio Friedman, dem heutigen inkompetenten Geschreibsel des „Spiegel“ zu den neuen WMAP-Forschungsergebnissen und allerlei anderem verärgerungswürdigen Zeug  zu äußern. Der Kritiker und Scharfseher hat heute Urlaub.

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