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Wenn das Thema „Hanf“ es bis in die Medien schafft, dann fast immer nur im Zusammenhang mit „Drogen“. Wenn es zum Beispiel für eine kanadische Einheit in AfghanistanKichern statt Killen heißt, nachdem sie die tarnenden Hanf-Felder der Taliban abgefackelt und dabei nicht an die Windrichtung gedacht hat…

Aber heute soll es hier nicht um die verlogene Drogenpolitik im Land der Säufer und Kokser gehen, auch nicht um die Sicherung der Nachschubwege in Afghanistan, sondern darum, was Hanf noch alles kann – völlig legalerweise. Hanf ist eine der ältesten und vielseitigsten Nutzpflanzen überhaupt – und heute angesichts von schädlicher Plastik-Bekleidung, Boden-Verödung und Klima-Debatte aktueller denn je.

Leider haftet Hanf-Produkten, selbst unter „alternativen“ Menschen, ein ziemlich grenzwertiges Jute-Taschen-Image an und die Jahrzehnte des idiotischen Verbotes haben die Segnungen des Faserhanfs aus dem Bewußtsein gedrängt. Viele – mich selbst bis vor wenigen Stunden eingeschlossen – wissen sehr wenig über diesen friedlich nachwachsenden Rohstoff, weil das Hirn bei der Erwähnung seines Namens sofort in den THC-Modus schaltet…

Aber da gibt es sehr viel mehr…

Deshalb hier noch mal zur Abgrenzung: es geht ausschließlich um die Nutzpflanze Hanf, die bei rund 25 Sorten, davon manche bewußt „heruntergezüchtet“, nur einen minimalen Harz/THC-Gehalt von unter 0,3% aufweist, daher für einschlägigen Gebrauch ungeeignet ist – und klipp und klar selbst vom Gesetzgeber seit 1996 als Kulturpflanze zum Anbau zugelassen ist.

Illustration_Cannabis_sativa.jpgAlt. Und bewährt.

Ob zahllose Henkers- und andere Seile oder die erste Gutenberg-Bibel und viel anderes Papier, ob die Segel des Kolumbus oder die Unterwäsche Senecas, die belustigenden Brötchen, die schon Griechen und Römer schätzten – alles Hanf.

Na gut, bei Seneca ist das nicht so recht dokumentiert. ;-) Die Chinesen setzten die Pflanze schon vor Tausenden von Jahren nachweislich ein, und es gibt bereits aus dem dritten vorchristlichen Jahrtausend Abhandlungen über ihren Nutzen und ihre medizinische Wirksamkeit. Und auch in Europa ist sie seit rund 5000 Jahren „anwesend“.

Die Vielseitigkeit, ihr einfacher Anbau und sicher auch die angenehmen Nebenwirkungen haben Hanf quer durch die Kulturen und längs durch die Menschheitsgeschichte populär gemacht. Noch im zweiten Weltkrieg produzierte die US-Regierung ein Propagandafilmchen namens „Hemp for Victory“, das jeder Farmer anzusehen hatte – denn der Bedarf an Hanf für das Militär war gigantisch. Übrigens war das seinerzeit noch nicht der künstlich auf niedrigen Harz-Gehalt gezüchtete reine Faserhanf, der heute angebaut wird. Man kann sich also vorstellen, daß Militär und Farmern gleichermaßen gedient war mit dieser Maßnahme…

Anspruchslos.

Im Gegensatz zu mancher illegal wachsenden Sorte, die erst mit gründlicher Pflege und optimaler Düngung ihren maximalen THC-Gehalt entwickeln, sind die meisten zugelassenen Hanfsorten aus der Schublade „Cannabis Sativa“ (Nutz-Hanf, Faserhanf) sehr anspruchslos. Sie wachsen in einem Jahr auf bis zu sieben Meter Höhe heran – und laugen dabei die Böden wesentlich weniger aus, als die allgegenwärtigen Seuchen unserer Landwirtschaft, Mais und Raps. Genaugenommen reichert Hanf, ähnlich wie Lupinen, die Böden mit Stickstoff an – was ihn gut geeignet macht für Fruchtfolge mit z.B. Soja oder Hirse. Massiver Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden, in Rapsmonokulturen schier unvermeidbar nach heutigem Verständnis, ist bei Hanf nicht nötig.

Hanfanbau

Ergiebig. Anders als bei vielen Nutzpflanzen ist bei Hanf praktisch die gesamte Pflanze verwertbar. Blüten, Blätter, Samen, Stengel – alles für vielfältige Anwendungsbereiche nutzbar. Dazu kommt, daß die Erträge von Hanf pro Hektar extrem hoch sind – und dabei die Böden relativ wenig belastet werden und der Hanf sich sowohl um „Unkraut“ (dem er mit seinem rapiden Wachstum schlicht das Licht nimmt) als auch „Schädlinge“ (mit seinen „eingebauten Antibiotika“) selbst kümmert – was den Einsatz von Pestiziden und Herbiziden überflüssig macht.

Vielseitig.

Seit Urzeiten wird Hanf für alles Mögliche und Unmögliche verwendet. Eine kleine Übersicht ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Heilen, Lindern, Pflegen. Schon ein alter Chinesenkaiser ließ seine Schreiber niederpinseln, daß Hanf gut sei gegen Rheuma, Malaria und noch vielerlei sonst. Oft sind zwar für den medizinischen Gebrauch die – verbotenen – Hanfsorten mit höherem THC-Anteil besser geeignet. Aber auch der „erlaubte Hanf“ hat erstklassige pflegende und heilende Eigenschaften. Daher gibt es eine Vielzahl von Kosmetika, Tee’s und alternativen Heilmitteln, die aus Hanf gewonnen werden.

Schmecken. Ob Schokolade mit gerösteten Hanfsamen, die Hanf“nüsse“ pur, Brot oder Bier – eine Menge Dinge kann mit Hanf sehr wohlschmeckend zubereitet werden. Hanföl gehört zu den leckersten und gesündesten Ölen überhaupt. Manches – wie Gummibärchen mit Hanfaroma – darf getrost unter Modeblödsinn abgehakt werden, aber Hanf als Nahrungsmittel darf ruhig wieder stärker entdeckt werden – und wird es auch langsam, nicht nur in Kifferkreisen.

Binden. Hanfseile sind auch heute noch konkurrenzlos. Gleiches gilt für Bindfaden. Und langsam bekommt man auch wieder beides, nachdem lange das Angebot gegen Null tendierte, durch billigen Plastikmist ersetzt wurde, und wenn, dann nur zu Sammlerpreisen zu haben war.

Hempcar.jpg

Das „HempCar“ – pack den Hanf in den Tank.

Fahren. Schon in den 40ern gab es von Ford ein „HempCar“. Nicht nur, daß die Ressourcen für die Karosserie größtenteils vom heimischen Acker kamen und das Metall daher für Granaten und Panzer verwendet werden konnte ( *hust* ), das Teilchen fuhr auch mit „Biodiesel“ aus Hanföl. Alles olle Kamellen, was unsere frischgeborenen und meist sehr bigotten Klima-Politiker verzapfen… Und im Gegensatz zum heute meist favorisierten Raps ist bei Hanf auch der Rest der Biomasse noch verwendbar, nicht nur das aus den Samen gepreßte Öl. Und der Anbau ist wesentlich umweltfreundlicher. Aber da haben Düngemittel- und Pestizid-Lobby wohl Einwände. Grob gerechnet könnte dank der Ergiebigkeit von Hanf jedoch bereits bei Nutzung eines Fünftels der landwirtschaftlichen Brachflächen in der EU ein Großteil des Dieselbedarfs gedeckt werden. Von den Einsparungen der Subventionierungen für „stillgelegte Flächen“ ganz zu schweigen…

Isolieren. Wenig geschätzt wird die Hanffaser aufgrund des fehlenden Eiweißgehaltes von Motten und anderem Geviech. Dafür hat sie sehr gute Bausch- und Isolationswerte und ist gut feuchteregulierend. Da obendrein die Ökobilanz des Anbaus sehr akzeptabel ist, ist Hanf ein zunehmend wichtiges Material beim Bauen von Behausungen, die nicht krank machen… Dabei werden sowohl Vliese aus Hanffasern verwendet, als auch gepreßte Hanf-„Ziegel“.

Abdichten. Hanf nimmt problemlos 30% seines Eigengewichtes an Feuchtigkeit auf, quillt dabei auf, gerät aber nicht aus der Fassung dadurch wie Baumwolle. Daher sind Hanffasern zum Abdichten tropfender Wasserhähne und Rohre auch heute noch das Mittel der Wahl. Und oft wird das gute alte „Werg“ sogar Teflon-Dichtbändern vorgezogen, da es sowohl temperaturbeständiger ist als auch mechanisch belastbarer. Low tech vom Feinsten. ;-)

Streuen. Die sogenannten „Schäben“, das gröbere Material der Stengel, aus dem sich keine Fasern gewinnen lassen, haben sich u.a. als ideale Tier-Streu entpuppt. Das Zeug ist durch den gesunden Anbau frei von Pestiziden und Fungiziden, nimmt extrem viel Feuchtigkeit auf und ist damit eine gesunde und ökologisch sinnvolle Alternative zu allerlei anderem, was man armen Pferden, Nagern und Vögeln und sonstigem Getier in seine Behausungen packt…

Tragen. Die langen Hanffasern sind extrem strapazierfähig, reißfest, UV-beständig und stecken Wind und Wetter gut weg. U.a. deshalb waren in alter Zeit viele Segel aus Hanffasern, darunter wohl auch die, die seinerzeit Kolumbus über den Atlantik zerrten. Heute werden aus Hanf v.a. robuste Taschen und Rucksäcke fabriziert. Denn nicht immer sind beim Gepäck Cordura, Nylon & Co oder die Haut von Tierleichen die erste Wahl.

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Hanffasern sind lang, reißfest und sehr bauschig.

Bauen. Nicht nur als flauschiges Isolationsmaterial kann Hanf eingesetzt werden, sondern auch – wie u.a. die Karosserie des „HempCar“ beweist – in gepreßter Form als hochstabile Platten, in Ziegelform oder sonstwie frei formbare Verschalung. Gut für kreative baubiologisch bewußte Architekten.

Kleiden. Hanf ist nicht nur in der Produktion und im Anbau deutlich gesünder als Baumwolle (die meist unter massivem Einsatz von Gift wachsen darf…), sondern sorgt durch die hohe Feuchtigkeitsaufnahme für gut reguliertes Klima im Hemd. Daß dabei Kleidung aus Hanffasern nicht notwendigerweise das Stilempfinden modebewußter Zeitgenossen beleidigen muß, zeigt ein Blick in die Angebote von Versendern wie hanfhaus.de – ich selbst finde es allerdings sympathisch, daß man nicht nur Schicki-Hanfi bekommt, sondern auch noch halbwegs nach „Öko“ aussehende Unförmigkeiten wie die Yoga-Hose, die auf meinem persönlichen Wunschzettel landet. ;-)

Waschen. Mir war neu, daß Hanf einer der Hauptlieferanten für „biologisch abbaubare Tenside“ ist – und z.B. Henkel einer der Hauptabnehmer von Hanf, weil sie daraus eben jene Waschmittelbestandteile gewinnen. Kann man auch direkter haben: es gibt mittlerweile auch abseits der fragwürdigen Konzerne Waschmittel aus Hanfsubstanzen, die ähnlich wie Waschnüsse eine interessante Alternative zu Persil&Co bieten.

Schlafen. Nein, ich rede nicht vom Teechen vorher… die klimaregulierenden, antibakteriellen und mechanischen Eigenschaften von Hanffasern bieten sich auch zum Matratzenstopfen an. Und die daraus (in Kombination mit Naturlatex und Schafwolle) entstehenden Hanfmatratzen und Futons laden sehr zum ökologisch einwandfreien und ausgiebigen „Horchen“ ein. Die Tiefe des Schlafes und die Intensität der Träume kann man übrigens ganz legal mit einem Tee aus kalifornischem Goldmohn-Kraut regeln… ;-)

Nachteile von Hanf: wenige. Einer ist, daß die Pflanze ihre langen Fasern nicht so ohne weiteres hergibt. Früher ließ man daher die Hanfpflanzen auf den Feldern erst „anrotten“, denn dann ließen sich die Fasern leichter aus den Stengeln lösen. Heute wird dieser Prozeß meist industriell durchgeführt, was relativ viel Wasser erfordert. Ob die Verwendung von Enzymen, die sich in letzter Zeit durchgesetzt hat (sie hat den angenehmen Nebeneffekt, daß die Fasern weicher werden und dadurch besser für reine Hanf-Textilien geeignet sind) so ganz „clean“ ist, dazu habe ich zu wenig Informationen gefunden. Insgesamt scheint die Ökobilanz von Hanf-Produkten jedoch deutlich besser zu sein als bei vielen anderen Rohstoffen, was Cannabis Sativa vielleicht nicht zum Weltenretter macht, zu dem ihn manche hochstilisieren, aber zumindest ihn aus seinem kriminalisierten Ghetto herausholen sollte.

Weitere interessante Eigenschaften von Hanfpflanzen, die uns noch einmal zum traurigen Einstiegs-Witz zurückführen, sind übrigens:

  • Die extrem starke Fähigkeit, Wasser zu speichern – was die Faser kann, kann die lebende Pflanze erst recht. Grüne Hanf-Dickichte sind praktisch unbrennbar, was den Taliban-Jägern in Afghanistan die Vietnam-Methoden beachtlich erschwert und das oben erwähnte Abfackeln erst bei verdorrten Feldern ermöglicht.
  • Die Pflanzen speichern Wärme sehr gut. Bei entsprechend starker Sonneneinstrahlung tagsüber bleiben die Pflanzen auch nachts noch lange so „warm“, daß z.B. Menschen im Hanf-Gestrüpp selbst mit Wärmebildkameras kaum zu orten sind…

…und noch ein paar Dinge mehr, die wir hier nicht näher ausführen, weil das bestimmt schon unter Verbreiten „terroristischen“ Know-hows fällt und nach dem Rechtsverständnis der Schäubliktatur bestimmt mit nicht unter 10 Jahren Zuchthaus strafbar ist…

Ganz sicher straffrei ist im Gegensatz dazu ein Besuch des Hanf-Blogs, wo regelmäßig Neuigkeiten, Hintergründe und Produkte aus Hanf vorgestellt werden, und vermutlich ist auch ein Einkauf bei Hanfhaus.de zulässig. ;-)

Ob dagegen das Hanffeld im Elfenwald, das wir garantiert eines Tages anlegen werden, uns wohl fragende Blicke und ungebetenen Besuch von eifrigen Ordnungshütern einbringen wird? Vielleicht.

Vielleicht hat sich bis dahin aber auch herumgesprochen, daß Hanf eine universelle Nutzpflanze ist. Und noch vielleichtiger sind bis dahin dann auch die „eigentlichen“ Hanfsorten zum Anbau freigegeben – so daß die Menschen wieder das volle Potential dieser wunderbaren Pflanze nutzen können.

Es spricht viel dafür, und wenig dagegen.

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