Ich bin ja durchaus bekannt dafür, die „seßhaften“ Abschnitte meines Lebens vorwiegend in recht statischer Haltung hinter einem oder mehreren Rechnern zu verbringen. Aber momentan ist es extrem.

Und das ist auch gut so. Der Umzug aller meiner Seiten auf einen selbstverwalteten VServer, der rigorose inhaltliche Schnitt bei den Elfenwald-Seiten, die ich nun „from scratch“ neu aufbaue, die Umstellung auf andere CMS, Blog, Wiki- und Shop-Software. Es ist wieder einmal ein massiver Einschnitt, ein Neubeginn auf verschiedenen Ebenen, teilweise auch ein Wieder-Aufgreifen alter Tugenden (und vielleicht auch alter Unsitten… ;-) ). Man kommt in seiner Entwicklung oft am gleichen Punkt vorbei, erkennt ihn aber hier und da nicht wieder, weil man die Spirale eine oder zwei Windungen hochgekraucht ist…

Das Kämpferische und Spöttische, das darauf scheißt, von vielen miß- oder gar nicht verstanden zu werden, das messerscharf Zerlegende, das dann aber fröhlich inkonsequent und unwissenschaftlich polemisch das Gefundene verwürfelt… All das meldet sich wieder verstärkt zu Wort. Dabei ist aber das, was an Sanfterem, Liebevollerem immer da war und die letzten Jahre erstarkte, keineswegs verschwunden. Langsam, immer mal wieder pendelnd ausschlagend, nähere ich mich meiner Mischung an, meinem Gleichgewicht?

Die Kompromißlosigkeit ist jedenfalls tatsächlich noch einmal verschärft worden. Ob es der Rauswurf aller Windows-verseuchten Notebooks aus meinem Shop ist (der wohl erst zum Wochenende wieder online geht) oder die Verbannung sämtlicher unfreier Software (Skype, ICQ, etc.pp.), die Verwendung einer „häßlichen“ aber nützlichen Wiki-Software für die neuen Elfenwald-Seiten… Wer das als ideologische Engstirnigkeit mißversteht, möge sich prüfen, ob der eigene Blick schon weit genug geworden ist und worum es wirklich geht…

Zorn und ätzende Bosheit (die immer mit einem leichten Lächeln vermischt auftreten bei mir) – wieso habe ich mir das eigentlich die letzte Zeit versagt? Wegen der falsch verstandenen globalen Liebe in Eso-Kreisen? Hmmm.

Ist aber ein Teil von mir und darf sich weiter äußern, wo es angebracht ist oder erscheint.

Gestern zum Beispiel. Ich war im Blog der deutschen WordPress-Community über einen Artikel gestolpert, der sich mit den lustigen Neuerungen des gerade verabschiedeten (würde dieses Wort doch in der Politik das heißen, was es eigentlich heißt. Aber wie alles, verdrehen sie auch das…) Telemediengesetzes befaßte und den daraus resultierenden Abmahnfallen für die Betreiber von Webseiten, gleich ob kommerziell oder privat, klein oder groß.

Die Reaktionen in den Kommentaren lösten bei mir Kopfschütteln und massiven Ärger aus. Fast keiner der Kommentatoren konnte irgendeinen Sinn in den Regelungen erkennen. Wie auch. Aber fast alle kündigten an, die geforderte neue Datenschutzerklärung umgehend in ihre Seiten einzubauen, meist, indem irgendeine vermeintlich „richtige“ Musterseite kopiert wird… *aufreg*

Hier wird es das nicht geben, und auf meinen restlichen Seiten auch nicht. Nur da, wo es einen Sinn ergibt, nämlich in meinem Shop. Und auch da nur so, wie ich für sinnvoll erachte. Punkt.

Jedenfalls war diese kleine Ärgerlichkeit für mich Anlaß, mich noch einmal ordentlich über das Berliner Gesindel, ähm unsere politische und gesellschaftliche Führungselite, zu ereifern. Besonders mit Blick auf die Internet-Aushöhlung, die immer wieder versucht und vorangetrieben wird. Aber auch als Generalabrechnung. Ich komme immer wieder an den Punkt: wer dieses Land noch für „reformierbar“ hält, hat noch nicht verstanden.

Das darf uns nicht davon abhalten, positive, sanfte und liebevolle Zukunftsentwürfe zu entwickeln und – in geschützten Räumen möglichst fernab der üblichen „Lebensräume“ unserer „Zivilisation“ – umzusetzen. Aber bei aller Liebe heißt es auch, hart und deutlich denen, die die träge Herde weiter in die altbekannte Richtung trotten heißen, zu sagen, was man von ihnen hält.

Und ihnen den Herdenvertrag höflich – oder auch unhöflich – aufzukündigen.

Dabei sind auch kleine, infantile Symbolhandlungen hilfreich. Wie diese hier, die ich die letzten zwei Tage schnell zusammengezimmert habe:

1000 Ärsche für Berlin – mitmachen! ;-)

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