Wenn mal wieder bekannt wird, daß Google oder Yahoo oder wer auch immer in China Suchmaschinenergebnisse zensiert und filtert oder gar die Suchhistorien den Behörden zur Verfügung stellt, ist die Empörung in der „freien Welt“ so pflichtschuldig wie enorm.

Aber wie sieht es eigentlich „hier“ aus? Heute stolperte ich mal wieder über die Realität…

Heute morgen wollte ich, wie ich es regelmäßig tue, einen Blick auf eine der „lustigsten“ Seiten des Netzes werfen – unglaublichkeiten.com

Der Server reagierte nicht. Nun kommt es ja immer mal wieder vor, daß die Server fragwürdiger Seiten von den Diensten/Behörden/Grundgesetzschützern etc. beschlagnahmt, oder, wenn sicher im Ausland verwahrt, mit DDoS-Attacken, Routing-Manipulation oder sonstigen Zensurmaßnahmen unzugänglich gemacht werden. Also flugs bei Google eine entsprechende Suche angeworfen, ob denn da vielleicht eine Sperrung oder Serverstörung vorliegt.

Im Ergebnis fand sich keine Erklärung (der Server ist auch wieder erreichbar), dafür aber folgender Hinweis:

(((Screenshot beim Umzug draufgegangen – beinhaltete den üblichen Hinweis, daß einige Suchergebnisse aufgrund rechtlicher Bestimmungen und sonstigen Geblähs nicht angezeigt würden)))

Ah, verstehe. War mir ja durchaus bekannt, daß auch hierzulande Bücher verboten, Webseiten gesperrt und auf vielerlei Weise die „Jugend“ vor „Gefährdungen“ „geschützt“ wird, außer natürlich vor MTV und der katholischen Kirche und dem Schulunterricht. Aber ich hatte es schon länger nicht mehr „live“ erlebt. Mal ganz abgesehen davon, daß ich alter Sack mich nicht zur „schützenswerten“ Jugend rechne.

Bevor wir uns falsch verstehen: die Betreiber von unglaublichkeiten.com fordern immer mal wieder, daß die „BRD-Täter“ in bereits bereitgestellten Güterwagen mit Fesselsitzen deportiert werden sollen, sie glauben, daß sich Adolf H. in irgendeiner „reichsdeutschen“ Enklave, wenn nicht gar in Neuschwabenland höchstselbst, bester verjüngter Gesundheit erfreut und sie bald alle erlöst, halten die Verbrennung im Hochofen für die dämonologisch korrekte Entsorgung von Freimaurern, etc.pp.

Anders formuliert: man hängt dort höchst „unglaublichen“ Ideen an, redet immer mal wieder verbrecherischen Mist und hat augenscheinlich teils auch schlicht und ganz massiv einen an der Waffel.

(Das allerdings auf eine so realsatirisch wirkende Weise, daß ich mich immer mal wieder über Ergüsse von „Kawi“ Schneider & Co ausschütten könnte vor Lachen und daß m.W. ein bundesrepublikanisches Gericht die Seite sogar einmal als „Kunstwerk“ einstufte. *gacker*)

Außerdem werden, teils trittbrettfahrerisch-kapernd und unschön vor den eigenen rechten Karren spannend, teils gut und fundiert, reale Probleme und wirkliche „Unglaublichkeiten“ von Medizinverbrechen bis Wirtschaftskriminalität berichtet und beredet.

Was bilden sich dieser Staat namens BRD und seine Handlanger bei Google & Co eigentlich ein? Die Massenmedien dürfen mir jeden Mist vorsetzen, auf n24 läuft jeden Tag Kriegspropaganda, der Staat höchstselbst konfrontiert mich mit jeder Menge Schwachfug von Renten-Betrug über Kongo-Kolonialismus und „Sommerzeit“ bis Zwangsimpfungsphantasien – aber ein paar Seiten mit teils abstrusem, teils abstoßendem, teils bedenkenswertem Inhalt müssen vor mir verborgen werden, weil sie mich „gefährden“ könnten?

Hallooo? Noch jemand da im Hirn?

Was sind das für Zeiten, wo ICH mich (jedenfalls bei diesem Zensur-Unfug) mit Bräunlingen und faschistoiden Phantasten solidarisieren muß?!?! OK – von mir aus stecken wir unglaublichkeiten.com in die „Nazi“-Schublade.
Na und? Selbst ein Nazi soll seinen Gehirnabsu(r)d verbreiten dürfen. Aufs Maul kriegt er erst, wenn er versucht, mich daran zu hindern, meinerseits meine Meinung zu sagen. Dann allerdings richtig.

Daß „unser“ Staat und seine rückgratlosen Handlanger wie Google meinen, hier zensierend eingreifen zu müssen, ist ein Absurdum und schlicht ekelhaft.

Und es läßt wieder einmal mehr Rückschlüsse darauf zu, was „Freiheit“, „Demokratie“, „Meinungsfreiheit“ und sonstige Floskeln in unserem Alltag wirklich noch für eine „Bedeutung“ haben.

So, wieder genug aufgeregt… ;-)
Wünsche noch einen schönen und zensur-freien Tag!

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