Bin gerade mit vielem anderen beschäftigt, innen und außen, und mag nicht kommunizieren, aber jetzt muß ich mal kurz mein Schweigen brechen:

Ich gehöre ja nicht zu denen, die glauben, daß sich die ganze Welt in esotherischer Vorherbestimmung um ihr kleines Ego dreht – aber es ist schon manchmal merkwürdig.

Gestern habe ich ein wunderbares Geschenk bekommen – eine der im Hobby-Bereich besten Sample-Bibliotheken („Miroslav Philharmonik“), die es für Software-Synthesizer  gibt, und mit der man relativ genießbare Streicher- und Orchesterklänge aus einem Laptop nebst Kompositionsprogramm/Sequenzer herausholen kann. Auch ein Solo-Cello ist dabei, dessen Anstrich (nein, kein Lack) mir sehr vertraut vorkam.

Und ich saß da, habe mit den Klängen gespielt, hatte nasse Augen und habe immer wieder vor mich hingeschluchzt – „Ich habe wieder ein Cello“. Auch wenn es einstweilen nur ein digitales ist, und nicht die Stradivari dessen, der sich, während ich wieder von dem Instrument, das ich vor Jahren verriet, eingeholt wurde, verabschiedete.

Denn heute – ich rief Spiegel online auf, um mir meine tägliche Portion Kopfschütteln abzuholen – trifft mich schier der Schlag:

Mstislav Rostropowitsch ist tot. Irgendwann letzte Nacht, nicht lange nach seinem 80sten Geburtstag, in Moskau verstorben.
Neben Casals war er für mich immer einer größten und mir liebsten Musiker.

Schlaf gut. Oder was auch immer Du jetzt vorhaben magst.

Und hab Dank.

Und für Euch ein kleines Stück, Gabriel Fauré – Après un rêve, Op.7 No.1, gespielt von „Rost“, und der erste Satz aus der e-moll Cellosonate von Brahms (Rostropowitsch und Serkin) die ich beide vor vielen Jahren nicht selten selbst gespielt habe (Vorsicht, letztere hat rund 28 MB! Beide im .mp3-Format.)

Gabriel Fauré – Après un rêve

Brahms e-moll Sonate, 1. Satz

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