Archiv der ‘Elfenwald’ Kategorie

Immer mal wieder bekomme ich liebe und interessierte eMails oder PMs in irgendwelchen Foren. Daß meine Ideen und ich und mein Elfenwald-Projekt so toll seien, und wie weit denn das Ganze gediehen sei, und wann denn die neuen Webseiten, die ich schon eine Weile angekündigt habe, fertig seien… und überhaupt: wann geht die Show weiter???

Wer sich wie ich mal beruflich im „Projektmanagement“ herumgetrieben oder sich sonstwie damit befaßt hat, der weiß: ein „Projekt“ im engeren Sinne ist etwas, das nach bestimmten Regeln und Gesetzmäßigkeiten geplant und danach gemanaged wird, gewöhnlich dann ganz anders oder auch gar nicht funktioniert, und meist trotzdem irgendwann mehr oder minder erfolgreich abgeschlossen (oder zumindest als „abgeschlossen“ erklärt) wird. Hauptsache, man kann dem Kunden unterwegs und zum Schluß ein paar Rechnungen stellen… ;-)

Wichtig an der gängigen Definition von Projekt ist v.a., daß es einen Anfangspunkt und einen Endpunkt hat, meist auch ein festes Budget und ein klar definiertes Ziel.

Elfenwald war also nie im engeren Sinne ein „Projekt“. Es war ein Lebensabschnitt für mich, und eine Ideensammlung/Lebensentwurf für die Welt bzw. für ein paar andere Menschen. Ich hatte die Bezeichnung „Projekt“ mit leicht ironischem Unterton, v.a. aber aus Gedankenlosigkeit gewählt, so inflationär und wichtigtuerisch wie halt der Begriff für alles und jedes verwendet wurde in den letzten Jahren.

Nun: Was ich unter dem Etikett „Elfenwald-Projekt“ vorzuhaben meinte, hat nicht funktioniert. Punkt.

Es ist ziemlich genau fünf Jahre her – ich war auf meiner „Landstreicher-Reise“ – es war neblig und kalt, und ich hockte in einem kleinen Wäldchen irgendwo im südlichen Rhone-Tal und schrieb sehr fröhlich innerhalb von zwei Tagen die wesentlichen Grundideen nieder. Seither bin zwar ich sehr viel weitergekommen – aber Elfenwald ist seiner Realisierung kaum näher gekommen.

Ich bin diese Idee auf meine Art angegangen, habe bewußt etliches Wissen darüber, wie Menschen ticken und wie Verkaufen funktioniert, außer Acht gelassen. Ich habe keinen auf Guru und Charismatiker gemacht, nicht mehr Endzeit-Panik geschürt als ich für tatsächlich angebracht hielt, habe mich nicht unnötig „einfach“ und „allgemeinverständlich“ ausgedrückt, Menschen eher abgewiesen als betüddelt, keine Investoren und Stiftungen angeschleimt, und auch keine Instant-Erleuchtung und sonstige Heil(s)versprechen verkauft.

Ich habe genug Ideen und Ansätze kommuniziert, so daß Menschen, die an einem ähnlichen Entwicklungspunkt stehen wie ich, das Elfenwald-„Projekt“ hätten finden, kapieren, darauf anspringen, und aktiv einsteigen können.

Das ist nicht geschehen.

Worum es mir wirklich geht, worum es bei dieser Idee geht, hat (fast) niemand verstanden, das hat mir das Feedback, das ich oft genug erhalten habe, deutlich gemacht. (ich meine damit übrigens nicht das spöttische oder dumm-pöbelnde Geschwätz, sondern rund 80% des positiven Feedbacks, das ich bekommen habe. Und das mir gezeigt hat, daß diese Menschen etwas völlig anderes suchen und brauchen, und etwas völlig anderes in die Elfenwald-Idee und mich hineinlegen, als drin ist.)

Und die, die es ungefähr so verstanden haben, wie ich es gemeint hatte – die hatten nicht das dringende Veränderungsbedürfnis, so wie es mich umtrieb. Haben ihren Platz noch hier, an der „Front“. Oder hatten ihr Leben und sich noch nicht so weit ent-wickelt, um sich aus der Verlierer-Spirale ins Erschaffen verabschieden zu können, so, wie ich auch lange (uihhhh, massig Mißverständnispotential, zu dem Thema aber demnächst mal separat).

Versteht mich richtig: es geht nicht darum, beleidigt zu schmollen oder der fehlenden Unterstützung durch andere eine „Verantwortung“ für ein „Scheitern“ aufzudrücken. Nöö. Keine Verantwortung. Keine „Schuld“. Kein „Scheitern“. Schon gar nicht bei Euch. Es verändert sich einfach etwas. Oder war vielleicht schon die ganze Zeit anders, bloß ich hab’s nicht gemerkt… ;-)

Ich bin durch diese Idee und den extremen Weg, den ich die letzten Jahre gegangen bin, mit einer Reihe sehr lieber und teils höchst faszinierender Menschen zusammengetroffen. Teils real, teils übers Netz. Teils waren es intensive Begegnungen, teils nur kurze Berührungen, teils schmerzhafte Spiegelungen und Aufarbeitungen, teils war’s einfach schön. Einige von Euch haben mir sehr, sehr viel geholfen. Mit Liebe, Wissen, Geld, Essen, Orten, wo ich sein durfte. Dafür danke ich Euch. Ich habe viel gelernt. Und ein paar von Euch, denke ich, ebenfalls.

Offensichtlich war ich in meiner Entwicklung weit genug, um einem Großteil der Menschen unverständlich zu sein, auch weit genug, um etliche Entwicklungen anzustoßen bzw. selbst zu durchlaufen, aber noch nicht weit und klar genug, die „richtigen“ anzuziehen, mit denen ich Elfenwald in der bislang geplanten Form hätte umsetzen können. Vielleicht ging es auch um etwas ganz anderes, und die Dinge liefen genau so, wie ich es unbewußt wollte. Ich weiß grob, was noch so alles in mir aufzuräumen ist, und ich weiß auch ungefähr, welche Aufräumvorgänge ich bei anderen anstoße (manchmal leider mit allerseits reichlich blauen Flecken verbunden).

Keine Vorwürfe, keine Bitterkeit oder Gezeter. Nur wieder einmal ein wenig mehr „Einsicht“.

Das Elfenwald-„Projekt“ ist beendet.
Das Elfenwald-Leben beginnt (bzw. geht einfach weiter… ;-) )

Was verändert sich konkret? Nicht viel an der sichtbaren Oberfläche.

Es ist mehr eine Veränderung in meiner Haltung. Ich hatte die Umsetzung von Elfenwald zu meiner „Lebensaufgabe“ (v)erklärt. Niedlich. Lebensaufgabe lautet „Leben“. Sonst gar nix.

Es ist nicht mein Job, die Welt zu retten oder zu „verbessern“. Letzteres werde ich tun, ganz automatisch, aber es braucht kein erklärtes Ziel zu sein. Und keine Verantwortungslast. Für wen auch sollte ich Verantwortung überNEHMEN, speziell, wenn das gar nicht gewünscht wird?

Ich habe schon ein paarmal in persönlichen Gesprächen gesagt, daß es gar nicht unbedingt darauf ankommt, ob und wann Elfenwald in dieser unserer lustigen Scheinrealität „Wirklichkeit“ wird. Ob ich es umsetze oder ein anderer. Oder in einem Paralleluniversum. Oder gar nicht. Mittlerweile habe ich angefangen, zu verstehen, was ich da gesagt habe, und warum… ;-)

Elfenwald ist eine Idee, eine Geisteshaltung, eine Form, zu sein.
Diese existiert. Nicht erst seit fünf Jahren. Sie ist jenseits der Zeiten. Und sie ist „wirklich“.

Daher gibt es auch keinen Umsetzungsdruck in Form eines „Projektes“. Ich habe für eine bestimmte Geisteshaltung und Lebensart ein nettes Wort geprägt. Das übrigens auch keinen religiösen Alleinvertretungsanspruch beinhaltet. Ich habe begonnen, die dahinter liegenden Ansätze und einige praktische Ideen in Worte zu fassen, die anderen (auch mir selbst) als Grundlage, zusätzliche Anregung, Auslöser dienen können, diese Geisteshaltung auch in unserer merkwürdigen Zeit konkret und in Freude zu leben.

Nicht zum Mit-Machen, nicht zum Zugucken und Fremdträumen.

Zum Selber-Machen.

„Elfenwald“ wird von einem „Projekt“ sozusagen zu einer „OpenSource IDEEologie“.

Das löst mich z.B. auch von dem vermeintlichen inneren Druck, “endlich an den Elfenwald-Seiten weiterzumachen” etc.
Ich werde dort weiterschreiben, wenn ich Laune und Kraft und Ideen habe. Wenn mich mal wieder was im geistigen Enddarm drückt und als Dünger hinauswill in die Welt. Oder wenn mich mal jemand von außen inspiriert. Wenn Pause ist, ist Pause.

Das braucht niemanden davon abzuhalten, irgendwo ein Ökodorf oder eine Community zu gründen und sich bei zwei oder drei der bereits bei mir formulierten Ideen zu bedienen. Das braucht auch niemanden abzuhalten, selber weiterzudenken und weiter zu leben.

Die Idee der Elfenwälder ist eines meiner Geschenke an (wen auch immer, wer’s halt gerade braucht und haben will… ;-) ). Und geschenkt wird, wenn man gerade etwas übrig hat, und Zeit und Lust zum Geben, und Einwickelpapier.

Ich gehe meinen eigenen Entwicklungsweg weiter.

Und der beinhaltet zunächst, nach meinem notwendigen und teils ja auch sehr amüsanten Ausflug in die Bettelmönch-Existenz wieder auf ein angenehmes Ressourcen-Niveau zu kommen. Ich werde den Winter damit verbringen, mir übers Netz ein ortsunabhängiges und tragfähiges Einkommen zu schaffen, das eine unabhängige und halbwegs komfortable Existenz in einem „Schwellenland“ ermöglicht. Und dann werde ich reisen. Werde einen netten, schnuckeligen Platz in einem etwas weniger hinderlichen Land (aktuelle Arbeitshypothese: Paraguay) finden.

Und dann dort leben, wie auch immer dieses Leben sich gestalten wird. Und wer mitmacht, der macht mit. Wer nachkommt, kommt halt nach. Oder geht auch wieder. Vielleicht werde ich nur einfach mit zwei, drei geliebten Frauen irgendwo eine fröhlich unmoralische Land-WG gründen, ein paar Bücher schreiben, im Web spielen, und ansonsten zwischen Garten und Ofenbank und Bett und Pfeife ein gemächliches, genüßliches und liebe-volles Leben führen. Vielleicht wieder Cello spielen. Und ganz sicher viel reife Ananas und Mango fressen. ;-)

Ich bin weder der (wahrscheinlich ohnehin fiktive) Nazarener, noch der falsche schwarze Messias, noch Ché – und lege langsam diesen messianischen Verantwortungsunfug, dieses Vordenker- und Retter-Syndrom ab (ohne deswegen mit dem Denken und Schreiben aufzuhören).

Ich brauche mich nicht stellvertretend für eine beachtlich bekloppte Menschheit zu kreuzigen, oder mich zu peitschen, weil ich die Herde nicht vom Schlachthof weg auf die grünere Weide rübergelotst kriege. Die geht ihren Weg, wie sie ihn gehen zu müssen GLAUBT. Und wenn sie durch Krieg und Chaos und Gehirnweichspülung und wasauchimmer durchgehen will, wenn sie sich als gerade noch am Leben gehaltenes Funktions- und Konsumrädchen in der Plutokratie wohlfühlen möchte – dann wird sie. Mähhhähä. Als Ché in den Wäldern Boliviens draufging, hatte er noch ein gutes Dutzend Jünger Gefährten. Die, für die er zu kämpfen glaubte, verstanden nicht, worum es ging und hielten sich raus. Sein Weg war damals dennoch notwendig und richtig. Für ihn. Nicht für mich.
Was will ich auf T-Shirts? ;-)

Wer mich sucht, für wen mein Weg und meine Ideen gerade wichtig sind, wer gerne in meiner Nähe sein möchte – der kann mich finden.

Ich werde mich nicht unsichtbar machen, im Gegenteil.

Ich gehe nur einfach weiter und warte nicht mehr auf Andere.

.
.
.

P.S.: wer voll Tatendrang und Lebenslust auf gepackten Zarges-Boxen und Geldkoffern sitzt oder eine Basis als „Teilzeit-Aussteiger“ sucht und sich von sich aus mir und meinen Ideen verwandt fühlt, darf sich natürlich nach wie vor gerne melden! Früher oder später wird es vermutlich eine Form von Community/Land-WG/Elfenwald geben, nach aktuellem Stand voraussichtlich in Paraguay oder Uruguay. Ich kaspere mir nur keinen mehr ab, um Leute zu finden oder meine Ideen zu erklären… Zeit- und Energieverschwendung. Wer versteht, der versteht auch so. Und für wen Handeln dran ist, der wird handeln – und braucht dazu keinen „Anführer“. Ich mach mich derweil mal reisefertig…

Share

Gerade sehr gelacht beim Blick in den Feedreader. Zugegeben – das Buchstabenspiel war nicht übermäßig originell, also war anzunehmen, daß noch andere drauf kommen. Daß das aber tatsächlich bereits geschehen war, und zwar recht bald, nachdem ich das Thema aufgegriffen und in der Elfenwald-„Ideologie“ verwendet hatte, war mir entgangen.

Das/die PNAC dürfte den meisten Lesern hier bekannt sein. „Project for a New American Century“ – jener US-ThinkTank, dem u.a. die ideologische Basis und auch einiges an Personal für die US-„Politik“ von 9/11 bis Iraq entkrochen sind, ebenso die Grundlagen und „Verkaufsrichtlinien“ für die Entdemokratisierung der westlichen Scheindemokratien („Sicherheit“). Ihr Hauptmanifest (einer der öffentlichen Texte – die PNAC arbeitet zwar heftig hinter den Kulissen, gehört zu den miesesten Fädenziehern der NWO, gebärdet sich aber gleichzeitig öffentlich-dreist und hochintellektuell als „Denkfabrik“) liest sich streckenweise sehr wie „Mein Kampf“, besonders in den Passagen über Präventivkriege.

Dieses Gesindel, hervorzuheben v.a. Bill Kristol, Robert Kagan und mein spezieller „Freund“ Paul Wolfowitz, schrie nach einem Gegengewicht, zumindest auf energetischer Ebene (auf physischer Ebene könnten allenfalls noch China und Rußland dem Einhalt gebieten – ob wir das allerdings wirklich wollen, ist ein anderes Thema… fördern wir lieber den Selbst-Zerfall).

Und so war schon 2003/2004 klar, daß einer der Slogans des Elfenwald-Projektes in früöhlich-selbstironisches PNEC – Project for a New Elvish Century“ sein würde. Paßte auch nett, da ich Elfenwald u.a. als „alternativen Thinktank“ begreife.

Ich habe den entsprechenden Banner (PNAC-Logo & Schriftzug, mit durchgestrichenem „a“ und „American“, ersetzt durch „e“ und „Elvish“) vor rund gut einem Jahr wieder von meinen Seiten entfernt – hatte mit meiner persönlichen Weiterentwicklung vom „konfrontierenden Widerstand“, der dem „Bekämpften“ oft nur mehr Energie zuführt, wenn man ihn nicht wirklich zerschlagen kann, hin zum sich abwendenden, dem „Gegner“ Energie entziehenden Widerstand zu tun.

Jetzt stolpere ich darüber, daß es wohl schon eine Weile Bestrebungen von europäischen Mini-Wolfowitzen gibt, der „PNAC“ die „PNEC“ zur Seite zu stellen?? – ein „Project for a New European Century“??? What the fuck?!

Der erste Impuls trog in dem Fall. Die Zielsetzungen und die Weltsicht, wie sie u.a. im Strategiepapier von Ex-Luftwaffen- und NA(h)TO(d) Kamerad Jochen Scholz (der Link führt zu einem älteren, sehenswerten Interview mit ihm) zum Ausdruck kommen, sind durchaus bedenkenswert und nicht ganz das, was ich zunächst erwartet hatte.

Wo sie (sowie Jochen Scholz – mittlerweile bei der „Linken“ aktiv – und das Institut für Medienanalyse und Friedensforschung) letztlich einzuordnen sind – ob sie einen kontrolliert-kritischen Außenposten der Spin-Doktoren-Kultur darstellen oder tatsächlich eine denkfähige Zyste innerhalb des Systems, überlasse ich Euch. Zumindest erscheinen sie mir als nützlich.

Auch wenn meine Vorstellung von „PNEC“ immer noch eine andere ist… ;-)

P.S.: das Netz vergißt nicht. ;-) gerade in irgendeinem Blog-Exchange mein altes Banner wiedergefunden:

Share

Klarheit: Gehen wir!

Ich hatte es in den Kurzupdates schon angedeutet: eine der Fragen, die teils bewußt, teils unterschwellig mich seit etlichen Jahren begleitet, hat sich sehr spontan und gründlich in den letzten Tagen gelöst.

Und damit ist ein großes Stück emotionaler und planerischer Unklarheit aus meinem Leben geglitten. Einfach so. In einer ulkigen Kette kleiner „Zufälle“, die mich in eine Situation brachten, wo mein Gefühl ohne die aufgesetzten Verantwortlichkeiten des Kopfes entscheiden durfte.

Gehen wir. Deitschlande habbe fertitsch.

Warum? Wohin? Was wie???? …

Ganzen Artikel lesen »

Share

Lachen / Denken

Es gibt zwei Arten von Weltgeschichte: die eine ist die offizielle, verlogene, für den Schulunterricht bestimmte; die andere ist die geheime Geschichte, welche die wahren Ursachen der Ereignisse birgt.
- Honoré de Balzac

Das hier ist…

"Elvish Rantings"
Das private Blog des Menschen hinter Elfenwald.
Martin Hoffmann
Mehr oder minder Liebevolles, Böses und Geistreiches zum Zeitgeschehen, gemischt mit reichlich Nabelschau.
Wünsche viel Vergnügen und vielleicht den einen oder anderen Gedanken... ;-)
Martin Hoffmann

Panorama-WebCam:
Ausblick nach Paraguay. Alle 240 Sekunden.

Feature Artikel


Was immer da ist.


Kategorien


Eigene Seiten


Empfehlungen


Fundstücke (Archiv)