Die BRD-Massenmedien und ihre Redakteure leben in einer schönen Welt. Da hat alles seine Richtigkeit, die Ehrenworte von Politikern gelten noch was, die Münchner „Sicherheitskonferenz“ dreht sich um Sicherheit, von Bilderberger-Treffen wird nicht berichtet, wenn Bush einen „Krieg gegen den Terror“ führt, dann geht es ihm logischerweise auch nur um „Terror“ – und wenn der News-Chef von BBC World, Richard Porter, sagt, daß die Prophezeihungen seines Hauses, die am 11.9.2001, besser bekannt als „9/11“, den Einsturz von WTC 7 rund eine halbe Stunde vorwegnahmen, nur ein „Fehler“ waren – na, dann WAR das ein Fehler, und nicht mehr, klar?!

Alles andere sind – wir haben es schon befürchtet – „Verschwörungstheorien“. Oder auch „krude Theorien“. Sie sind halt einfach niedlich, diese „Profi“-Journalisten, besonders, wenn die Fakten anfangen, unübersehbar zu werden und man jahrelang unkritisch Unfug verzapft hat.

…nur daß von „Profi“ nicht viel zu merken ist bei den Artikeln, die bislang zu diesem Thema veröffentlicht wurden – wenn überhaupt berichtet wurde. Professionell höchstens im Sinne maximaler, faktenfreier Polemik. Ein paar Beispiele.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„FAZ“ galt lange als Synonym für ideologisch fragwürdige, aber kompetente und sachlich fundierte Berichterstattung. Spätestens seit dem 4.3.2007 kann man das zu den Akten legen und die FAZ künftig noch unterhalb von Focus einsortieren… die Schmiere (sorry, anders kann man das wirklich nicht nennen), die eine Londoner Korrespondentin der Frankfurter, Gina Thomas, da abgelassen hat, ist das bisher „beste“, was der Mainstream sich zu diesem Thema geleistet hat. Dafür haben sie es auch als letzte der hier aufgeführten gemeldet – eigentlich also genug Zeit, um die Videos anzusehen, sich Gedanken zu machen, zu verstehen, worum es geht, ein paar Hintergründe zu recherchieren, ein paar Kommentare anderer zu lesen, die internen Archivierungsbestimmungen der BBC zu lesen, etc. – aber all das hat Frau Thomas lieber nicht gemacht. Vom aktuellen Forschungsstand zu 9/11 hat sie sich augenscheinlich auch lieber ferngehalten. Dafür erfüllt sie ihren mutmaßlichen Auftrag aber sehr artig: Agitprop & Diffamierung. Und besinnungsloses Festhalten an dem, was man schließlich unhinterfragt und gehorsam seit nunmehr über 5 Jahren meldet… das alte, gleich im Dutzend widerlegte, Osama-Märlein.

Da erscheint es dann auch nur logisch, daß es auf FAZ.net auch keine freie Diskussion gibt. Der direkte Link zum Kommentieren des Artikels verschwand nach wenigen Stunden. Ruft man den Artikel über eine andere URL auf, ist der Link vorhanden – häh? Nicht mal die Zensur im Griff? ;-) Drei Kommentare, die durchkamen, wurden von weiterführenden Links „befreit“ (einer davon war meiner, daher weiß ich es) – wäre ja auch schlimm, wenn die Leute sich informieren würden. Weitere Kommentare wurden nicht akzeptiert (ein sehr guter davon wurde mittlerweile bei der SZ gepostet – Link s.u.), nach meinen Informationen wurden auch User gesperrt. Es scheint, man könne über diesen Link noch Kommentare zum Artikel schreiben – bitte zahlreich wahrnehmen, man soll dort wenigstens merken, daß dieser Zensurversuch nicht unbemerkt bleibt. Ein Nachhaker von mir zur Zensurproblematik wurde nicht durchgelassen, dagegen wurde ein unkritisches Placebo-Posting natürlich freigeschaltet.

Focus online

Auch der Focus-Online-Artikel, der einer der ersten war, folgt dem üblichen Schema: Ärgerlichkeiten schafft man aus der Welt, indem man auf Nebenthemen ablenkt und alles wirklich Störende auf simpelste Art und Weise verlächerlicht. Dazu gehört auch der übermäßige Gebrauch von Konjunktiv, Potentialis und sonstigen Relativierungsmethoden: „soll der britische TV-Sender bereits vermeldet haben“? Nein, lieber Fabian Löhe, die prophetische BBC HAT vermeldet. Das ist erwiesen und war es auch bereits zum Zeitpunkt des Focus-Artikels. Die Masche wird nicht besser, wenn man sie in jedem dritten Satz anwendet. Die üblichen dümmlichen Killerphrasen wie „Verschwörungstheorien„, „Verschwörungsgerücht„, „seltsame Blüten“ werden natürlich auch reichlich dosiert. Weniger Zeit hat Herr Löhe in die Recherche gesteckt – so redet auch er in mehrfacher Beziehung Unfug, z.B. wenn er die erwiesenen und mehrfach sogar durch Googles eigene Stellungnahmen belegten Zensurmaßnahmen gegen das Video verniedlicht und als Phantasien abtut.

Die Diskussion zum Artikel verlief einigermaßen unbehindert, einige sehr deutliche Stellungnahmen, die sachliche Fehler im Artikel geißelten, wurden allerdings zensiert, Links zu externen Quellen, egal ob privater Natur oder direkt zum Blog der BBC, wo man die Phrasensammlung von Herrn Porter selbst hätte lesen können, wurden ebenfalls nicht veröffentlicht.

Süddeutsche Zeitung

Auch bei der SZ kam ein Herr Donner nicht über Boulevard-Level hinaus, als er den üblichen „Verschwörungstheoretiker“-Verriß fabrizierte. Aber immerhin, die Überschrift trifft die Situation schon mal besser – ein paar Fehler im Artikel wurden korrigiert – der Link zum Video, der lustigerweise bald darauf nicht mehr erreichbar war (obwohl auch Herr Donner eine „unbestätigte“ Zensur des Videos im Netz verulkt), wurde repariert, etc. Man merkt, daß die SZ, ähnlich wie normalerweise die BBC auch, wenigstens noch zu den „Edelhuren“ im Pre$$titutes-Bordell-Betrieb gehört, wie sich Mathias Bröckers mal ausdrückte.

Vor allem aber verlief die Diskussion zum Artikel frei und ungehindert und unzensiert. Beifall und Danke dafür an die Moderatoren der SZ! Auch wenn das eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein müßte – im deutschen Pressebetrieb, der von Scheuklappen, Liebedienerei, Sensationshascherei abseits der wirklichen Sensationen und jeder Menge „freiwilliger Selbstkontrolle“ bestimmt wird, ist es tatsächlich bemerkenswert, wenn im Forum einer großen Tageszeitung offen und mit Quellen, Links, harrscher Kritik und deutlichen Worten über eine Meldung und ihre Hintergründe diskutiert werden kann. Übrigens enthält die über 16 Seiten umfassende Debatte einige wirklich gute Kommentare, nützliche Informationen, und gute Links – ruhig mal durchwühlen. Auch erfreulich: die Zahl der Forentrolle, Neocon-Provokateure, Centcom-Blogger-Sondereinheiten und sonstiger US-Claqueure ist dort vergleichsweise gering.

Und sonst?

Noch ein paar andere wie rp-online , die das Thema auch in irgendwelchen möglichst unauffälligen Ecken vermeldeten, und mit der üblichen unverschämten und faktenfreien Häme. Aber meist Schweigen im Walde.

Meine speziellen Freunde von Spiegel online? Entweder ganz gut versteckt oder lieber noch gar nicht berichtet. Vermutlich letzteres. Heeeenryk, wo biiiiest Du?! Aber anderes ist ja auch zugegebenermaßen wichtiger: z.B. kiffende Kinder in den USA

Und die Tagesschau? Die singt. Aber auch immer noch das falsche Lied.

P.S.: wer Links zu weiteren Artikeln in halbwegs relevanten Mainstream-Medien hat, bitte als Kommentar posten, vielleicht auch gleich mit entsprechenden Anmerkungen! Danke!

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