17. Okt 2008
Mal bitte alle rüber zu Duckhome, Bank gründen! ;-)
Fast hätte ich es zwischen der ganzen Islamwerbung übersehen, *lach*, aber Jochen Hoff hat ein ausgesprochen ausbaufähiges und -würdiges Arbeitspapier eines Lesers veröffentlicht.
Der Ansatz ist nicht neu: die existierenden Banken sind ethisch mehr als fragwürdig, die wenigen Ex-Ökobanken etc. gehören größtenteils auch wieder “dazu” – warum also nicht sich genossenschaftlich organisieren und eine eigene Bank aus dem Boden stampfen, die auf menschlich vertretbare Weise wirtschaftet und sich auf die eigentliche Aufgabe einer Bank konzentriert, statt Casino und Politik zu spielen: ein Tauschmittel komfortabel zu verwalten.
Man kann viel dagegen sagen. Die Chancen in einem Finanzmarkt, in dem alles, was dringend reguliert werden müßte, nicht reguliert ist, dagegen der Einstieg mit massiven Hürden schwer gemacht wird (es gab bereits mehrere Internet-Banken von Menschen für Menschen, die unter fadenscheinigen Gründen in den USA wieder dichtgemacht wurden) – diese Chancen sind etwas dünn, zumindest auf Dauer.
Spätestens, wenn man auch noch das Zinssystem in Frage stellt oder sich mit Ansätzen wie Joytopia oder anderen Alternativwährungen verbandelt, werden die Hüter des heiligen Geldgrals und der Derivate munter.
Und? Macht nix. Die Chancen in diesem Schweinetrogl “Europa” sind generell nicht sehr rosig. Machen!
Der Zeitpunkt ist gut – selbst viele hauptberufliche Nichtdenker und Weggucker sind momentan zumindest halbwach und etwas sensibilisiert.
Für mich selbst ist das zwar eher ein Randthema – genug anderes um die Ohren und ohnehin in absehbarer Zeit in anderen Weltgegenden – aber ich halte es für wichtig. Wer noch innerhalb dieses Systems leben zu müssen glaubt und hier weiter wirtschaften möchte: seht Euch das mal an. Und überlegt Euch, ob Ihr ein solches Projekt aktiv unterstützen oder als stille Genossen mittragen möchtet. Ich weiß, daß hier einige mitlesen, die die entsprechenden Qualifikationen hätten, eine bessere Bank mit aufzubauen (keine Banker also).
Hier gehts zum Strategiepapier Bankengründung.
No related posts.
Wenn die Kerzen sprechen lernen...: Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.
Bei allem Zynismus u...
2 Kommentare zu "Bank gründen. Jetzt."
Tja WIR-Bank wäre ein schöner Name gewesen. Vorgestern wusste ich noch nicht, dass es die schon gibt. Aber das macht gar nichts. Ganz im Gegenteil. Die Tatsache dass diese Bank genau das macht, was wir hier auch vorhaben, wirkt als unglaubliche Beflügelung und nimmt jedem Schwarzmaler den Wind aus den Segeln. Insofern ein glücklich/unglücklicher Namensvorschalg meinerseits. :-)
http://de.wikipedia.org/wiki/WIR_Bank
Daher müssen wir uns über kurz oder lang einen anderen Namen zulegen, außer, und das wäre natürlich eine Überlegung wert, die WIR-Bank/CH wäre interessiert hier in Deutschland Ableger zu bilden.
Immerhin 75 Jahre Erfahrung mit diesem Bankmodell sind nicht wettzumachen.
Jedenfalls spannend was hier passiert.
Ah, sieh an. Das war mir auch entgangen. Ich befasse mich zwar seit Jahren mit Komplementärwährungen und anderen Ansätzen in der Richtung, aber in die Schweiz habe ich nie rübergeschaut… vielleicht wegen des “Finanzplatz”-Images.
Was meine Kurzrecherche gerade über die WIR Bank ergab, liest sich SEHR gut. Mit denen sollte man mit Sicherheit reden, wenn man hier etwas ähnliches anleiern will.
Mit Joytopia übrigens auch, auch wenn Kollege Hückstedt einen recht eigenen Weg verfolgt.
Ich werde mich weil a) sehr blank und b) beim Auswandern nicht allzu aktiv beteiligen, aber das Projekt beobachten und die Trommel schlagen.
Kommentar ablassen